Prognose

Verband: Zahl der Brennstoffhändler wird sinken

Die Zahl der Brennstoffhändler in Thüringen wird nach Einschätzung des Branchenverbands langfristig weiter sinken. Die Gründe sind sparsamere Öfen sowie der Wechsel vieler Verbraucher zu anderen Energieträgern. Derzeit handelten noch 120 Unternehmen im Freistaat mit Brennstoffen wie Heizöl.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp/sm) - Das sagte der Vorsitzende des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), Jörg Lenk, am Donnerstag in Erfurt. Speziell Mineralölhändler hätten sich in den vergangenen Jahren durch die Diversifizierung ihres Angebots auf den sinkenden Energieverbrauch einstellen müssen.

Lenk zufolge nimmt der Heizölhandel jährlich um bis zu zwei Prozent ab. Zwei Drittel dieses Rückgangs seien auf moderne Öfen und die dadurch entstehenden Energieeinsparungen zurückzuführen. Der Rest sei dem Wechsel der Kunden zu anderen Energieträgern geschuldet.

Lenk kritisierte die "Gesetzgebungswut" der Bundesregierung. Ein Fehler des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes sei, dass in Neubauten ein festgeschriebener Anteil des Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt werden müsse. Sinnvoller wäre es, entsprechende Regelungen für die Primärenergie einzuführen, bevor man die Verbraucher mit "komplexen" und "nicht zielführenden" Gesetzen belaste, sagte Lenk.

Verbandsangaben zufolge heizen in Thüringen mehr als 130 000 Haushalte mit Öl. Im Schnitt würden jedes Jahr rund 500 000 Tonnen Heizöl im Freistaat verkauft.

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