Kontra

Verband rechnet mit Konkurrenzfähigkeit von Windstrom in zehn Jahren

In knapp zehn Jahren wird Strom aus Wind billiger sein als Strom aus Kohle oder Erdgas, sagte BWE-Präsident Peter Ahmels gestern in Osnabrück und reagierte damit auf Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden von ThyssenKrupp, Ekkehard Schulz, der den Windenergieausbau als "puren Wahnsinn" bezeichnet hatte.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück/Hamburg (ddp/sm) - Strom aus Wind wird nach Ansicht des Branchenverbandes BWE in etwa zehn Jahren billiger sein als Strom aus Kohle oder Erdgas. Weil die Preise für herkömmlichen Strom wegen steigender Rohstoffpreise, des Emissionshandels und hoher Ersatzinvestitionen in Kraftwerke und Netze "rasant steigen", werde Windstrom immer konkurrenzfähiger, sagte Verbandspräsident Peter Ahmels gestern in Osnabrück. Er reagierte damit auf Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden von ThyssenKrupp, Ekkehard Schulz, in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Spiegel".

Schulz hatte darin den Ausbau von Windparks in Deutschland als "puren Wahnsinn in ideologischer Perfektion" bezeichnet. Windenergie werde heute schon höher subventioniert als die deutsche Steinkohle. Dabei wisse jeder, "der auch nur einen Hauch naturwissenschaftlicher Ahnung hat, dass man mit Wind in Deutschland niemals konkurrenzfähigen Strom erzeugen kann".

Ahmels konterte, der Staat habe mit den jährlich sinkenden Mindestpreisen den Erzeugern von regenerativer Energie lediglich einen Zugang zu einem "kartellisierten und alles andere als freien Markt" geschaffen. Bei der von Schulz favorisierten Steinkohle koste jeder Arbeitsplatz den Steuerzahler pro Jahr 80 000 Euro, insgesamt drei Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Dabei seien die Kosten für die Bergbauschäden noch nicht berücksichtigt.

Die Umstellung auf erneuerbare Energien koste jeden Haushalt durch den Aufschlag auf die Stromrechnung nur einen Euro pro Monat, betonte Ahmels. Die gesamte Argumentation von Schulz sei zudem "unehrlich", weil die Windenergie-Branche beispielsweise 2002 mehr Stahl verbaut habe, als im Schiffbau verbraucht wurde.

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