Stellungnahme

Verband kritisiert neue Regeln für den Gasmarkt

Auch die neue Gasnetz-Zugangsverordnung wird aus Sicht des Verbands energieintensiver Unternehmen (VIK) Industriekunden weiterhin den Zugang zum Gasmarkt erschweren. Der Bundesrat hatte dies am vergangenen Freitag beschlossen. Wünschenswert seien stärkere Korrekturen am Gasbilanzierungssystem gewesen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (red) - Ein Vorschlag des Bundeswirtschaftministeriums für ein System für die Bilanzierung von Gasein- bzw. -ausspeisungen wurde somit verschoben. Laut VIK bringe diese Entscheidung weitere Verzögerungen zu Lasten vor allem der Industriekunden und zum Nutzen der Gaswirtschaft mit sich.

Das BMWi hatte für das bestehende Problem von Mehrbelastungen auf Seiten von Industriekunden beim Ausgleich von Gasein- und -ausspeisungen einen Lösungsvorschlag auf den Tisch gelegt: Für große und damit leistungsgemessene Verbraucher sollte ab Inkrafttreten der neuen Gasnetzzugangsverordnung im Oktober 2010 eine so genannte Tagestoleranz in Höhe von fünf Prozent eingeführt werden.

Innerhalb dieser Toleranz sollten leistungsgemessene Kunden von ihren Prognosen ohne zusätzliche direkte Kosten abweichen dürfen. Für Industriekunden hätte das aus Sicht des VIK zum ersten Mal die Möglichkeit gebracht, sich ohne allzu großes finanzielles Risiko als eigenständige Akteure auf den Gasmarkt zu begeben. Aber dieser Vorschlag wurde von den Bundesländern abgelehnt. Die fünfprozentige Toleranz soll nach den Bundesratsbeschlüssen erst ab Oktober 2011 eingeführt und jederzeit durch die Bundesnetzagentur wieder geändert oder auch abgeschafft werden können.

Aus Sicht von VIK-Geschäftsführerin Birgit Ortlieb hätten die Bundesländer "die Chance verpasst, das Bilanzierungssystem – ein Herzstück der Regeln für den Gasmarkt – jetzt endlich ansatzweise diskriminierungsfrei auszugestalten." Dies diene lediglich der etablierten Gasindustrie, so Ortlieb.

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