Gesunkener Ölpreis

Verband: Bis zu sechs Wochen Lieferfrist für Heizöl

Hausbesitzer in ganz Deutschland müssen bei ihrer Heizöl-Bestellung derzeit mit mehrwöchigen Lieferfristen rechnen. Viele Lieferanten befänden sich wegen der in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegenen Nachfrage am Rande ihrer Kapazität.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Neitersen/Hamburg (AFP/sm) - Das sagte der Vorsitzende des Verbandes für Energiehandel (VEH) Südwest-Mitte, Rudolf Bellersheim, am Freitag im rheinland-pfälzischen Neitersen. Hauptgrund für die große Nachfrage sind demnach die sinkenden Ölpreise. Nach Angaben des Energie-Informationsdienstes (EID) in Hamburg kostete Heizöl in dieser Woche knapp ein Fünftel weniger als Anfang Juli.

Wegen des Ölpreis-Hochs in den vergangenen Monaten und des milden Winters hätten sich viele Hausbesitzer schon seit langer Zeit nicht mehr mit Heizöl eingedeckt, sagte Bellersheim weiter. Die Tanks seien deswegen vielerorts leer. Zudem dürften die Fahrer der Heizöl-Laster nur eine begrenzte Zeit am Tag ausliefern. Besonders hoch sei die Nachfrage im Südwesten Deutschlands. Dort müssten Hausbesitzer mitunter bis zu sechs Wochen warten. Deutschlandweit sei derzeit mit Lieferfristen "zwischen drei und fünf Wochen" zu rechnen, sagte Bellersheim. Üblich seien sonst Zeiträume zwischen drei Tagen und einer Woche.

Der VEH-Vorsitzende wies jedoch darauf hin, dass sich die Kunden darauf verlassen könnten, den bei der Bestellung ausgemachten Preis zu bekommen. "Der Preis steht fest, egal ob die Preise an den internationalen Rohstoffmärkten noch weiter fallen oder wieder steigen", sagte Bellersheim. Wer derzeit überhaupt kein Öl mehr habe und wegen der sinkenden Außentemperaturen Öl fürs Heizen brauche, könne bei den Händlern auch eine Schnelllieferung anfragen. "In einzelnen Landesteilen haben wir schon Bodenfrost, solch' dringende Fälle häufen sich deswegen in den vergangenen Tagen", sagte Bellersheim.

Mit durchschnittlich 82 Euro für 100 Liter Heizöl seien die Heizölpreise in dieser Woche auf den tiefsten Stand seit Wochen gesunken, sagte EID-Preis-Experte Heino Elfert. Noch Anfang Juli habe die gleiche Menge Brennstoff 98 Euro gekostet. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Preisniveau derzeit jedoch noch relativ hoch. Im September 2007 hätten Verbraucher für 100 Liter Heizöl unter 60 Euro gezahlt, sagte Elfert.

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