Gebündelte Macht

Verbände vereint: Netzzugangsmodell der Gaswirtschaft verhindert Wettbewerb

BDI, bne, DIHK, EFET Deutschland, VEA und VIK haben eine gemeinsame Stellungnahme zum von der Gaswirtschaft vorgelegten Netzzugangsmodell veröffentlicht. Fazit: Der Inhalt des so genannten Entry-Exit-Modells der Gaswirtschaft entspreche nicht annähernd dem, was in der europäischen Diskussion darunter verstanden würde.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Im Kampf um mehr Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt haben sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Verband deutscher Gas- und Stromhändler (EFET Deutschland), der Bundesverband der Energieabnehmer (VEA) und der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) erneut zusammengeschlossen. Ihrer Meinung nach wird das Modell für den freien Zugang zum Erdgasnetz der Gaswirtschaft den Anforderungen des Monitoringberichts des Bundeswirtschaftsministeriums gerecht.

Der Verbände haben nun eine gemeinsame Stellungnahme zum Netzzugangsmodell der deutschen Gaswirtschaft übergeben. Der von der Gaswirtschaft mit ihrem Modellvorschlag unternommene Versuch, einen Kompromiss zwischen dem alten Punkt-zu-Punkt-Modell der Verbändevereinbarung Erdgas II und dem EU-weit geforderten Entry-Exit-Modell zu finden, könne nicht funktionieren. Der Inhalt des so genannten Entry-Exit-Modells der Gaswirtschaft entspreche nicht annähernd dem, was in der europäischen Diskussion darunter verstanden würde.

Aus Sicht der Netznutzer fehlen im Modell der Gasseite netzübergreifende Regelzonen. Mit den im Modell enthaltenen netzbetreiberbezogenen Zonen seien Wettbewerbsbeschränkungen und Marktzersplitterung verbunden. Zudem fehle im Modell der Gaswirtschaft jegliche Kooperationsverpflichtung der Netzbetreiber zur Einrichtung und Bewirtschaftung von Regelzonen - für Elemente wie Kostenwälzung, Entgeltberechnung, Dispatch oder Qualitätsmanagement -, wie das im Strombereich seit langem üblich sei. Die im Modell der Gaswirtschaft vorgesehene isolierte Ermittlung der Netznutzungsentgelte für jeden einzelnen Netzbetreiber stehe im Widerspruch zu den Erfordernissen der Praxis und Forderungen des Wirtschaftsministeriums. Die im Modell der Gaswirtschaft vorgesehene Zuordnung von Ein- und Ausspeisepunkten bedeute sogar einen Rückschritt hin zum Transaktionspfad-Modell. Nur dem Namen nach handele es sich um den von der EU geforderten Entry-Exit-Ansatz.

Auf einer solchen Basis könne nach Ansicht der Verbände kein funktionsfähiges transaktionsunabhängiges Entry-Exit-Regelzonen-Modell arbeiten. Dies sei aber die Voraussetzung für einen funktionsfähigen Wettbewerb auf dem deutschen Erdgasmarkt. Bei der Erstellung des für Dezember 2003 angekündigten Entwurfs für die zweite Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes seien diese Punkte unbedingt zu berücksichtigen, damit ein funktionsfähiger Wettbewerb auf dem deutschen Erdgasmarkt endlich entstehen könne, fordern die Verbände abschließend.

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