Endlich...

Verbände unterzeichnen Erdgasvereinbarung

Die Angst vor einer Regulierungsbehörde hat die Verhandlungspartner zur Verbändevereinbarung Erdgas doch wieder an einen gemeinsamen Tisch geführt. Und dies sogar erfolgreich. Heute wurde die VV Erdgas II in Frankfurt verabschiedet. Ziel: Mehr Wettbewerb und Transparenz, einfachere Bedienung und Nutzung, Börsenfähigkeit und Bilanzkreisfähigkeit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Drohung von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, eine Regulierungsbehöre für den Gasmarkt einzusetzen, scheint gewirkt zu haben: Heute haben der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK), der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V. (BGW) und der Verband Kommunaler Unternehmen in Frankfurt am Main die Verbändevereinbarung Erdgas II (VV Erdgas II) unterzeichnet. Sie tritt am 1. Oktober 2002 in Kraft und läuft bis 30. September 2003.

Die Neuerungen: Mehr Wettbewerb und Transparenz als bisher, einfachere Bedienung und Nutzung, Börsenfähigkeit, Eignung für Massengeschäfte/Transaktions­unabhängigkeit und Bilanzkreisfähigkeit. BDI und VIK haben ihre Bereitschaft erklärt, das Punktzahl-Modell der Gasseite als Zwischenlösung zu akzeptieren.

Im Bereich der Ferngasversorgung gilt nun als Maßstab für die Entgelthöhe das nationale und internationale Vergleichsmarktkonzept. Außerdem wird die Netznutzung größerer Erdgaskunden auch im Gebiet der kommunalen Endverteilung zukünftig nach der tatsächlich in Anspruch genommenen gaswirtschaftlichen Leistung abgerechnet. Dies gilt für Kunden mit einer Jahresverbrauchsmenge von 20 Millionen Kilowattstunden und mehr. Zudem wurde die prinzipielle Kostenorientierung der Netzentgelte für alle Gasversorgungsstufen vereinbart. Die kommunale Gasversorgung übernimmt weitgehend den seit kurzem vorliegenden "Kalkulationsleitfaden Strom" auch für ihre Netzentgelte. Das bisher eher unübersichtliche Netzzugangsmodell wird von drei auf zwei Stufen reduziert.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Höhere Netzgebühren treiben Strompreis noch weiter

    Der Strompreis steigt und steigt: Neben der deutlich höheren Ökostrom-Umlage treiben im nächsten Jahr auch die Netzgebühren den Strompreis in neue Höhen. Wie das Vergleichsportal Verivox am Donnerstag mitteilte, erhöhen die Netzbetreiber die Entgelte um durchschnittlich zehn Prozent.

  • Stromrechnung

    Die Angst vor Energiearmut wächst

    Steigende Preise drohen Strom für viele Menschen in Deutschland unbezahlbar zu machen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnte am Dienstag, ohne Ausgleich für die anstehenden Preisschübe werde die Zahl der Stromnotfälle unter Niedriglohnbeziehern oder Hartz-IV-Empfängern "explodieren".

  • Hochspannungsmasten

    Verbände überarbeiten Kalkulationsgrundsätze für Nutzung der Stromnetze

    Verbände und Industrie der deutschen Energiewirtschaft haben Ende vergangener Woche einen neuen Kalkulationsleitfaden zur Berechnung der Preise für die Nutzung der Stromnetze unterzeichnet. Damit wollen sie die Verbändevereinbarung als marktwirtschaftliches Instrument sichern.

  • Stromnetz Ausbau

    Verhandlungen um VV Gas II gescheitert: Müller setzt auf Regulierungsbehörde

    Die Verhandlungen um eine Verbändevereinbarung zur Regulierung der Öffnung des Gasmarktes sind erneut gescheitert. Wirtschaftsminister Müller hat deshalb heute am Rande der Hannover Messe angekündigt, eine Regulierungsbehörde einrichten zu wollen. CDU/CSU mahnen zu einer Einigung ohne staatliche Regulierung.

  • Energieversorung

    Verbändeverhandlungen zum Erdgasnetzzugang bleiben unterbrochen

    Bisher ist es den beteiligten Verbänden nicht geglückt, die Verhandlungen mit der Gaswirtschaft zur zweiten Verbändevereinbarung wieder aufzunehmen. Als Grund geben sie die mangelnde Bereitschaft der Gaswirtschaft an, zielführend und umfassend zu verhandeln.

Top