Effizienz

Verbände: Mehr Energieeffizienz statt Atom-Verlängerung

Die Bundesregierung muss nach Ansicht von Umwelt- und Verbraucherschützern in ihrem Energiekonzept stärker auf eine effizientere Nutzung von Energie setzen. Statt Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke müssten Energieeinsparungen der Kern des Konzepts sein, erklärte Klaus Brunsmeier.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Das stärkere Fördern von Energieeffizienz könne die Energiekosten für Wirtschaft und Verbraucher deutlich senken und etwa 850.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, erklärten die Verbände.

Die Verbände forderten die Bundesregierung auf, die im Sparpaket für 2011 angekündigte Milliardenkürzung bei der energetischen Gebäudesanierung zurückzunehmen. Insgesamt könnten im Strom- und Gebäudesektor durch die effizientere Nutzung von Energie bis zum Jahr 2020 jährlich rund 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden werden. An dem Appell beteiligten sich neben dem BUND auch der Deutsche Naturschutzring, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Mieterbund, die IG Metall und die IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Regierung stellt bald Energiekonzept vor

Die Bundesregierung will Ende September ihr umfassendes Energiekonzept vorstellen, in dem auch über die Laufzeitverlängerung entschieden werden soll. Die Verbände forderten von der Bundesregierung zudem ein Energie-Effizienzgesetz, das ein verbindliches Einsparziel von mindestens zwei Prozent pro Jahr festsetze. Darin müsse unter anderem die zusätzliche Einrichtung eines Fonds festgelegt werden, mit dem auch die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte gefördert werden könne.

Deutschland nicht mehr auf neuesten Energieeffizienz-Stand

Der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings, Helmut Röscheisen, kritisierte, dass die Bundesregierung bei der Energieeffizienz in Europa von Staaten wie Dänemark und Großbritannien abgehängt worden sei. Hierzulande würden nicht einmal die EU-Vorgaben eingehalten. "Mit dem Energiegesamtkonzept muss Deutschland Vorreiter bei der Energieeffizienz werden", forderte er.

Das IG-Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Rhode hob hervor, dass energieeffiziente Technologien vor allem in der Metall- und Elektroindustrie Arbeitsplätze schaffen und langfristig sichern könnten. Martin Mathes von der IG BAU kritisierte, durch die geplante Kürzung bei den CO2-Gebäudesanierungsprogrammen würden gerade im regionalen Handwerk mehr als 100.000 Arbeitsplätze gefährdet. Der von der KfW-Bank in der vergangenen Woche ausgesprochene Förderstopp für Einzelmaßnahmen wie den Einbau effizienter Heizungspumpen ab Anfang September sei ein weiterer Rückschritt.

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