Gasmarkt

Verbände drängen auf echtes Entry-Exit-System

Verschiedene industrielle Verbände, darunter BDI, VIK, bne und VEA, haben die Bundesregierung dazu aufgefordert, das seit 1. Juli vom Gasnetzbetreiber BEB praktizierte Entry-Exit-Modell als allgemeingültig festzuschreiben. Es zeige, dass ein transaktionsunabhängiges Modell technisch und wirtschaftlich machbar sei.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin, Essen, Hannover (red) - Die Grundzüge eines echten Entry-Exit-Systems sollten sowohl in der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes als auch in den entsprechenden Verordnungen verankert und somit für den gesamten deutschen Gasmarkt verbindlich gemacht werden. Diese Forderung haben der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne), die European Federation of Energy Traders Deutschland (EFET-D), der Bundesverband der Energieabnehmer e.V. (VEA), der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam formuliert und richten sich damit an Bundesregierung und Bundesrat.

Zum 1. Juli 2004 hat die BEB, einer der großen deutschen Gasnetzbetreiber, ein derartiges System mit der Möglichkeit der flexiblen Kapazitätsnutzung und der Einrichtung fiktiver Ein- bzw. Ausspeisepunkte eingeführt. Nach Einschätzung der Verbände sei dieses System voraussichtlich transparent, diskriminierungsfrei und bilanzkreisfähig. Es entspreche damit auch der Forderung des Monitoringberichts vom August 2003 an den Deutschen Bundestag, wonach das bisherige Kontraktpfadmodell (Punkt-zu-Punkt-Modell) nicht in den zukünftigen Ordnungsrahmen übernommen werden sollte. Die zu hohen Transaktionskosten, Marktzersplitterung und fehlender Wettbewerb hätten die Schwächen des derzeitigen Systems deutlich gemacht. Das BEB-System dagegen sei ein großer Schritt in die richtige Richtung zur Einführung von Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt.

Die Verbände bezeichneten das BEB-Modell als "Paradigmenwechsel", weil das Vorgehen zeige, dass ein "transaktionsunabhängiges" Modell technisch und wirtschaftlich machbar sei. Die Verbände begrüßen, dass die Regelzonen jeweils das gesamte Netz der BEB umfassen (nur unterteilt nach den Qualitäten H-Gas bzw. L-Gas). Sie erwarten die deutschlandweite Übernahme dieser Vorgehensweise, um die Zahl der Regelzonen schon bei Einführung eines Entry-Exit-Modells möglichst klein zu halten.

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