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ver.di: Stromversorgungsprobleme auch in Deutschland künftig möglich

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) forderte die Politik auf, die Investitionssicherheit insbesondere für neu zu errichtende Großkraftwerke zu garantieren. Auch müssten bestehende Fördermechanismen wie das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz und das Erneuerbare Energien Gesetz weiterentwickelt werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Probleme bei der Stromversorgung hält die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auch für Deutschland in Zukunft für möglich. Noch seien ausreichend Kraftwerke vorhanden, um auch Engpässe ausgleichen zu können. Noch seien auch die Netze in einem guten Zustand. Dennoch will ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott mittelfristig Schwierigkeiten nicht ausschließen. "Wir beobachten derzeit mit Sorge, dass die Unternehmen im Wettbewerb dazu übergehen, Investitionen in die langfristige Versorgungssicherheit zugunsten kurzfristiger Orientierung auf niedrige Preise zurückzufahren."

Alle Unternehmen führten umfangreiche Rationalisierungs- und Kostensenkungsprogramme durch, die mit erheblichem Stellenabbau verbunden seien. Kraftwerke seien stillgelegt worden. In den letzten zehn Jahren seien mehr als ein Viertel aller Arbeitsplätze in der Strom- und Gaswirtschaft eingespart worden, beschreibt Ott die Entwicklung. "Will man großflächige Stromausfälle in Zukunft verhindern, dürfen die Unternehmen im Preiskampf nicht nur auf Verschleiß fahren", sagte Ott weiter. Er forderte daher die Politik auf, die Investitionssicherheit insbesondere für neu zu errichtende Großkraftwerke zu garantieren. Auch müssten bestehende Fördermechanismen wie das KWK-Gesetz und das EEG weiterentwickelt werden. Für den Erhalt und den Ausbau der Versorgungsnetze müssten ausreichend Investitionsmittel zur Verfügung stehen. Dies erfordere, dass die neue Regulierungsbehörde politisch darauf verpflichtet werde, derartige Investitionen bei der Kalkulation der Energiepreise und der Netznutzungsentgelte in vollem Umfang anzuerkennen.

ver.di forderte verlässliche politische Rahmenbedingungen für eine versorgungssichere und umweltfreundliche Energieversorgung. "An erster Stelle", so Ott, "steht die Sicherung des Energiestandortes Deutschland."

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