Verträge

Venezuela fädelt mehrere Energie-Deals ein

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat Weißrussland "Öl für die nächsten 200 Jahre" zugesagt. Der sozialistische Politiker hat in den vergangenen Tagen gleich mehrere Energie-Deals mit Ex-Sowjetrepubliken abgeschlossen, so auch ein Abkommen mit dem russischen Präsidenten Medwedew über den Bau von Venezuelas erstem Atommeiler.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Minsk/Moskau (afp/red) - "Den Raffinerien in Weißrussland wird es in den nächsten 200 Jahren nicht an Öl fehlen", sagte Chávez am Samstag bei einem Treffen mit Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko in Minsk. Beide Länder unterzeichneten Lieferverträge im Rahmen von 30 Millionen Tonnen Erdöl für die kommenden drei Jahre.

Die zwischen der venezolanischen Erdölgesellschaft Petroleos und dem nationalen weißrussischen Erdölunternehmen vereinbarten Verträge sehen von 2011 an jährliche Öllieferungen an Weißrussland in Höhe von zehn Millionen Tonnen zunächst für drei Jahre vor. In diesem Jahr kauft Minsk von Caracas vier Millionen Tonnen.

Der Sozialist Chavez hatte am Freitag Russland besucht und dort mit Präsident Dmitri Medwedew ein Abkommen über den Bau des ersten Atomkraftwerks Venezuelas geschlossen. Zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik Weißrussland hatte es in den vergangenen Jahren und Monaten wiederholt Spannungen gegeben, vor allem wegen Streitereien über unbezahlte Gaslieferungen. Moskau hatte Minsk nach und nach den Gashahn zugedreht, um die Zahlung der Rückstände zu erzwingen. Weißrussland hingegen machte immer wieder ausstehende Zahlungen für den Transit des russischen Gases etwa nach Europa geltend.

Die EU bezieht rund ein Viertel ihres Erdgases über Transitländer aus Russland. Im Januar 2007 hatte eine Auseinandersetzung zwischen Weißrussland und Russland zu einem mehrtägigen Öllieferstopp geführt, der auch Deutschland und andere europäische Länder betraf.

Venezuela verfügt über große Erdölvorkommen. Sein sozialistischer Staatschef Chávez unterhält nicht nur enge Beziehungen zu Russland, sondern auch zum Iran, der wegen seines Atomprogramms und seines aggressiven Auftretens gegenüber Israel international in der Kritik steht.

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