Veba: Mit großem Schwung in die Fusion

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
"Das neue, gemeinsame Haus steht", erklärte Ulrich Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Veba AG, heute vor rund 4.000 Aktionären des Unternehmens in Essen. Bei ihrer Zusammenführung haben Veba und Viag ein hohes Tempo durchgehalten. Der Fusionsprozess ist reibungslos verlaufen. Struktur und Mannschaft der Führungsgesellschaft des neuen Konzerns stehen. Sie soll in Kürze mit dem Namen E.ON AG an den Start gehen. Der kartellrechtlichen Freigabe der EU-Kommission stehe nichts mehr im Wege. Veba und Viag haben sich mit der Kommission über die Bedingungen geeinigt. Die Beteiligungen an Veag/Laubag, Bewag, HEW und VEW werden veräußert. Außerdem wird PreussenElektra an der deutsch-dänischen Grenze weitere Durchleitungskapazitäten zur Verfügung stellen. Im innerdeutschen Stromhandel wird E.ON Energie die "Transit-Komponente" nicht erheben. "Diese Zusagen bewegen sich im Rahmen unserer Erwartungen, wir haben ihre wirtschaftlichen Auswirkungen von Anfang an einkalkuliert", betonte Hartmann.


Im Jahr 2000 sei für die Veba-Aktivitäten trotz der marktbedingten Einbußen im Strombereich insgesamt ein höheres Konzern-Betriebsergebnis als 1999 zu erwarten. Im ersten Quartal 2000 hätten sich die Strompreissenkungen, vor allem aus der zweiten Jahreshälfte 1999, mit voller Wucht bemerkbar gemacht. Die Preise haben ihren Tiefstand offensichtlich erreicht. Dennoch wird der Strombereich im laufenden Jahr das Ergebnisniveau des Vorjahres deutlich unterschreiten, weil noch längst nicht alle Verträge an die neuen Preise angepasst sind. Schon im kommenden Jahr wird das Stromergebnis durch weitere Absatzzuwächse, forciertes Kostenmanagement und die erheblichen Synergien der Fusion mit dem Bayernwerk wieder Auftrieb erhalten. "In unseren beiden Geschäftsschwerpunkten Energie und Spezialchemie werden wir vor allem die internationale Präsenz deutlich ausbauen", kündigte Hartmann an. Dazu sind Akquisitionen, aber auch Kooperationen und Allianzen nötig. "E.ON ist ein attraktiver Partner in Europa und wird die europaweite Konsolidierung der Energiebranche aktiv vorantreiben und für Wachstumsschritte nutzen", betonte Hartmann.


"Die Energiewirtschaft braucht endlich einen konsistenten und verlässlichen energiepolitischen Rahmen, der der europäischen Marktentwicklung gerecht wird", betonte Hartmann. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung bewege sich in die richtige Richtung, die Energiepolitik sei aber voller Widersprüche. Trotz Marktliberalisierung würden jetzt wieder regulierte Märkte für erneuerbare Energien und kommunale Kraft-Wärme-Kopplung geschaffen. Hier wären marktgerechte Fördermodelle sinnvoller. Während die Politik einen einheitlichen europäischen Binnenmarkt für Energie schaffe, legten die Kartellbehörden bei Fusionen immer noch den nationalen Markt zugrunde. Der politisch gewollte Ausstieg aus der Kernenergie sei nicht mit Klimaschutz und Arbeitsplatzsicherung vereinbar.


Ziel der Kernenergie-Gespräche mit der Bundesregierung sei, für die verbleibende Nutzung der Anlagen wirtschaftlich akzeptable Bedingungen zu erreichen und den ungestörten Betrieb der Kernkraftwerke zu sichern. "Auch jene, die den Konsensgesprächen kritisch gegenüber stehen, können uns keine Alternativen aufzeigen, wie wir den Betrieb unserer Kernkraftwerke unter den gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen langfristig aufrecht erhalten können", erklärte Hartmann mit Blick auf ein mögliches Ausstiegsgesetz oder den ausstiegsorientierten Gesetzesvollzug. Die Gruppe von Fachleuten, die seit Anfang Februar in intensiven Gesprächen an einem für beide Seiten tragfähigen Kompromiss arbeitet, komme Schritt für Schritt voran. Der Durchbruch sei noch nie so nah gewesen. Laufzeiten von 30 Jahren oder entsprechenden Mengenkontingenten wird VEBA aber nicht zustimmen. "Nur wenn die Bundesregierung uns in der Mengenfrage deutlich entgegenkommt, können wir uns einigen", bekräftigte Hartmann.

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