VEA veröffentlicht Netznutzungsentgeltvergleich

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) veröffentlichte kürzlich die zweite Studie über die Netznutzungsentgelte für Sondervertragskunden. Der Preisvergleich berücksichtigt 294 Netzbetreiber und bringt große Unterschiede zum Vorschein: "Durch teilweise überhöhte Preise gerät der Wettbewerb in Gefahr", heißt es vom Verband.


Entscheidend für das in der Verbändevereinbarung II vorgesehene Vergleichsmarktkonzept sei, dass die Kunden Preisvergleiche anstellen können. Trotz der Verpflichtung, zum 1. Juli die Netznutzungsentgelte zu publizieren, hätten bis jetzt lediglich ein Drittel der Netzbetreiber ihre Entgeltsysteme veröffentlicht. "Die Veröffentlichung verläuft sehr schleppend", klagt VEA-Geschäftsführer Dr. Volker Stuke. Die VEA-Studie gibt zudem Aufschluss über den negativen Trend in der Preispolitik. Die Ergebnisse der Befragung von 294 Netzbetreibern brachten bei bestimmten Bezugsverhältnissen eine Preisspanne von 150 Prozent zwischen dem günstigsten und dem teuersten Energieversorgungsunternehmen zum Vorschein. So würden Kunden in Regionen mit hohen Netznutzungsentgelten wieder in die Arme der bisherigen Versorger getrieben, da sie keine günstigeren Angebote erhielten. "Dass Kunden für die selbe Leistung in Einzelfällen bis zum dreifachen des Preises des günstigsten Netzbetreibers bezahlen müssen, schürt den Verdacht, dass einzelne Versorgungsunternehmen den Wettbewerb durch überzogene Netzkosten verhindert wollen", stellt Stuke fest.


Die Studie legt zudem offen, dass es auch regional erhebliche Preisunterschiede in Deutschland gibt. Im Norden und insbesondere in den Neuen Bundesländern zahlen die Kunden deutlich mehr für die Netznutzung als im Süden oder Westen. Im Durchschnitt der 294 Netzbetreiber sind im Mittelspannungsbereich für die 15 untersuchten Bezugsstrukturen 6,24 Pfennig pro Kilowattstunde und bei den drei Fällen im Niederspannungsbereich 13,11 Pfennig pro Kilowattstunde zu entrichten. Bei den zehn teuersten Netzbetreibern müssen mittelständische Sondervertragskunden durchschnittlich 9,00 Pf/kWh (Mittelspannung) bzw. 19,91 Pf/kWh (Niederspannung) für die Netznutzung zahlen, während die selbe Leistung bei den zehn günstigsten Versorgern lediglich 4,66 Pf/kWh bzw. 9,48 Pf/kWh kostet. Die preisgünstigsten Anbieter sind derzeit WLK Erkelenz, TW Friedrichshafen, EW Rheinhessen, Stadtwerke Tönnisvorst und Stadtwerke Groß-Gerau. Die höchsten Netznutzungsgebühren müssen die Kunden derzeit bei der e.dis Fürstenwalde, beim EW des Kantons Schaffhausen, bei den Stadtwerken Dresden, beim EW Zeulenroda und bei der EV Nordhausen zahlen.

Das könnte Sie auch interessieren
Top