Monopole aufbrechen!

VEA unterstützt Forderung der Monopolkommission nach Regulierer

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) unterstützt die Monopolkommission des Deutschen Bundestags in ihrer Forderung nach einem Regulierer, der den Wettbewerb auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt überwacht und gewährleistet. Seiner Meinung nach könne nur so eine Übermacht der ehemaligen Monopolisten verhindert werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) hat die Bundesregierung aufgefordert, endlich die Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten zu schaffen. Anlässlich einer Anhörung zum XIV. Hauptgutachten der Monopolkommission heute in Berlin bekräftigte der Verband, dass nur ein Regulierer den momentanen Stillstand auf den Märkten auflösen könne.

"Die Forderungen der Monopolkommission decken sich weitgehend mit denen des VEA: Aufbrechen der Monopole bei den Strom- und Gasnetzen und Einrichtung einer unabhängigen Regulierungsinstanz", erläuterte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA, den Standpunkt seines Verbandes. Er kritisierte, dass immer mehr Energieproduzenten mit überhöhten Netznutzungsentgelten den Wettbewerb blockieren. "In unseren Preisvergleichen müssen wir regelmäßig Preisunterschiede von bis zu 300 Prozent feststellen. Diese Differenzen sind durch nichts zu rechtfertigen."

Nach Ansicht des VEA sind auch die Kartellämter nicht geeignet, den Wettbewerb entscheidend voranzubringen. "Sie kontrollieren, setzen aber keine Regeln", sagte Panitz. Zudem drohe eine weitere Verschlechterung der Situation durch die geplante Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes. Eine weitere Bedrohung seien die Fusionen auf den Energiemärkten. "Nur eine unabhängige Instanz ist in der Lage, gegen die Macht der Konzerne den Wettbewerb nachhaltig zu fördern und voranzubringen. Davon profitieren würden alle: Die Endverbraucher genauso wie die Industrie. Die Bundesregierung sollte daher die Kritik der Monopolkommission ernst nehmen. Das Heft der Handlung muss der Versorgungswirtschaft entrissen werden", forderte Panitz abschließend.

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