VEA-Studie belegt eklatante Preisunterschiede auf dem Strommarkt

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Echter Wettbewerb auf dem Strommarkt lässt noch auf sich warten. Dies ergab die dritte Studie des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) über die Netznutzungsentgelte für Sondervertragskunden, die jetzt veröffentlicht wurde. Der VEA konnte in der Studie die Angaben von 540 der etwa 900 Netzbetreiber berücksichtigen. Die anderen Versorger haben ihre Zahlen trotz gesetzlicher Vorgaben noch nicht preisgegeben. Eindeutiges Ergebnis der Untersuchung ist, dass einige Netzbetreiber ihr Monopol missbrauchen, um ihre Kunden vom Wettbewerb fern zu halten.


Laut VEA sei Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Wettbewerb die Möglichkeit, Vergleiche anzustellen. Diese Möglichkeit bestehe aber nicht, solange die Umsetzung des in der Verbändevereinbarung II vorgesehenen Vergleichsmarktkonzeptes noch auf sich warten ließe. Der Wettbewerb im Strommarkt sei damit hochgradig gefährdet. "Allmählich ist die Geduld der Verbraucher genug strapaziert worden", so Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. Die vorliegenden Ergebnisse könnten die Kunden nicht glücklich stimmen. "Unsere bereits im Vorjahr geäußerten Bedenken haben sich leider bestätigt. Einige Netzbetreiber nutzen ihre verbleibende Monopolstellung aus, um den lästigen Wettbewerb aus ihrem Versorgungsgebiet fern zu halten", so Dr. Stuke. Die VEA-Studie belegt, dass die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Netzbetreibern dramatisch sind. So sehen sich die Kunden laut VEA bei gleichen Bezugsverhältnissen im Einzelfall mit Preisdifferenzen von bis zu 300 Prozent konfrontiert.


Im Durchschnitt beträgt das Netznutzungsentgelt der 540 untersuchten Netzbetreiber im Mittelspannungsbereich 6,36 Pfennig pro Kilowattstunde (Pf/kWh). Dabei liegen die Preise zwischen 4,37 Pf/kWh (Technische Werke Friedrichshafen) und 11,11 Pf/kWh (Stadtwerke Lengerich). Im Niederspannungsbereich beträgt das Netznutzungsentgelt im Durchschnitt 13,13 Pf/kWh: Der günstigste Anbieter in diesem Bereich ist das Bremische Hafenamt (6,71 Pf/kWh), der ungünstigste Anbieter die Stadtwerke Furth im Wald (25,28 Pf/kWh). Prinzipiell legt die Studie offen, dass es regional erhebliche Preisunterschiede gibt. Standortnachteile haben in der Regel die Kunden im Norden und insbesondere in den neuen Bundesländern zu tragen; Vorteile aufgrund günstigerer Energiekosten die Kunden im Süden oder Westen.


Die vollständige Studie sowie auch die Nutzung der Datenbank unter www.vea.de.

Das könnte Sie auch interessieren
Top