Hohe Teuerung

VEA: Strompreise im letzten Jahr um 12 Prozent gestiegen

Die hohen Strompreise in Deutschland drohen zunehmend, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft zu brechen, fürchtet der Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (VEA). Innerhalb von zwölf Monaten seien die Strompreise für die mittelständische Industrie durchschnittlich um 12,0 Prozent gestiegen, wie der VEA-Strompreisvergleich Juli 2008 zeigt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (red) - "Zwar hat sich die Netznutzung aufgrund der Aktivitäten der Regulierungsbehörde verbilligt", der positive Effekt werde aber durch die "dramatisch steigenden Großhandelspreise mehr als überkompensiert", kommentiert Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA, die Ergebnisse. "Die Gewinne werden von den großen Versorgungsunternehmen vom Netzbereich in den Erzeugungsbereich verschoben", meint Stuke.

Politik und Verbraucher gefordert

Als wesentliche Ursache für die ständig steigenden Strompreise sieht der Verand die ungebrochene Marktmacht der vier Stromriesen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW. Nach Ansicht des VEA nutzen die Konzerne ihre Oligopolstellung bei der Stromerzeugung aus, um Milliardengewinne zu generieren. "Hier muss die Politik dringend für Abhilfe sorgen", fordert Stuke.

Die Endverbraucher fordert er auf, sich alternative Wettbewerbsangebote einzuholen und zu einem günstigsten Lieferanten zu wechseln, so könne der Kunde den Anstieg der Stromkosten deutlich begrenzen.

Der aktuelle VEA-Preisvergleich umfasst 50 große Netzgebiete in Deutschland. Die größte Preissteigerung bei Strom ist mit 14,5 Prozent bei der Rheinischen Netzgesellschaft Köln, die geringste Anhebung im Vergleich zum Juli 2007 mit 7,8 Prozent im Netzgebiet von E.ON e.dis zu verzeichnen. Nach wie vor ist der Preisunterschied zwischen den alten und neuen Bundes-ländern gravierend. In Ostdeutschland müssen Energieabnehmer durchschnittlich 5,5 Prozent mehr für Strom zahlen.

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