VEA: Strom wird im nächsten Jahr deutlich teurer

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA), Hannover, befürchtet erhebliche Wettbewerbsnachteile für die deutsche Stromwirtschaft und ihre Kunden. Grund dafür seien die zum 1. Januar 2001 geplante nächste Stufe der Ökosteuer sowie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG). Insgesamt hat der VEA zusätzliche Kosten von 13 bis 14 Milliarden Mark für Versorger und Kunden errechnet. "Damit wird die durch die Liberalisierung erreichte Entlastung von etwa 15 Milliarden Mark weitgehend wieder zunichte gemacht", kritisiert Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.


Mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zeigte sich Panitz nicht einverstanden. Durch die festen Quoten und Abnahmeverpflichtungen ergäben sich Belastungen in Milliardenhöhe, die auf die Kunden abgewälzt würden. Wird der Anteil der erneuerbaren Energien wie geplant bis 2010 verdoppelt, würden bis zu 40 Prozent des Strommarktes wieder aus der Liberalisierung herausgenommen. "Dieser Zickzack-Kurs ist für die Wirtschaft nicht akzeptabel", klagt Panitz.


Gleichzeitig weist der VEA darauf hin, dass die Kunden nicht in jedem Fall die gesamten Belastungen tragen müssten. Weder das EEG noch das KWKG sähen eine Weiterbelastung der Kunden ausdrücklich vor. Zudem seien die aus diesen Gesetzen resultierenden Belastungen keine Steuern oder Abgaben. Aus diesem Grund stellen die regelmäßig mit Sondervertragskunden vereinbarten Steuer- und Abgabeklauseln nach Meinung des VEA keine ausreichende Rechtsgrundlage für die Strompreiserhöhungen dar. "Die Strommarktliberalisierung hat zu sehr viel kürzeren Laufzeiten geführt. Das haben nicht nur die Kunden, sondern auch die Versorgungsunternehmen gewollt, um möglichst schnell auf veränderte Marktverhältnisse reagieren zu können. Damit ist aber kein Raum mehr für Preisanhebungen innerhalb der Vertragslaufzeiten", klärt Panitz auf. Der VEA rät allen betroffenen Sondervertragskunden, die Verträge sorgfältig zu prüfen, bevor Zahlungen geleistet werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Top