VEA: Skandalöse Hemmnisse auf den Energiemärkten

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Auf seiner Mitgliederversammlung in Hamburg forderte der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) heute die Bundesregierung auf, konsequenter für die Öffnung des Strom- und Gasmarktes einzutreten. Zwar seien beide Märkte formal schon liberalisiert, doch fehle es nach wie vor an Voraussetzungen zur praktischen Umsetzung. Als skandalöse Hemmnisse kritisierte der VEA zudem die mangelhaften und komplizierten Regelungen zur Netznutzung bei Strom und Gas.


Der Vorstandsvorsitzende des VEA, Harald Wildhagen, mahnt: "Wir sind von fairen und praktikablen Durchleitungsregelungen noch meilenweit entfernt. Das machen die unerträglich hohen Entgelte deutlich." Aus diesem Grund fordert der VEA eine Regulierungsinstanz, "die eine faire Gestaltung der Durchleitungsbedingungen durchsetzen kann".


Bei Preisvergleichen, die der VEA in Deutschland regelmäßig durchführt, stellte der Verband beim Strom Preisunterschiede von bis zu 150 Prozent für die Netznutzung fest. Beim Gas greife ein solcher Vergleich noch nicht, weil die meisten Versorger entgegen der Verbändevereinbarung ihre Preise zum 10. August noch nicht veröffentlicht hätten. Hier zeigte sich wieder der Nachteil, so Wildhagen, dass sich Deutschland als einzigstes EU-Land gegen eine gesetzliche Regelung des Netzzugangs entschieden habe. Die Verbändevereinbarungen seien "schlicht und einfach Flickwerk, die den Wettbewerb nicht fördern, sondern blockieren". Der VEA kündigte an, kartellrechtlich gegen die überhöhten Netznutzungsentgelte vorzugehen.


Eine Gefahr für den freien Wettbewerb sieht der Verband auch in der Fusionswelle im Energiesektor. Sie führe zu einer Oligopolbildung, da Energiegiganten entstünden, die zusammen einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent hielten. "Wir werden darauf achten, dass die Versorgungsunternehmen nicht durch geschickte Beteiligungsstrategien den Wettbewerb aushebeln", versprach Wildhagen.

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