Zusätzliche Belastung

VEA sieht keine Begründung für Strompreiserhöhungen

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer kritisiert die nächste Teuerungswelle auf dem Strommarkt scharf. Der Verband sehe keinen Grund für die Preiserhöhungen, denn Braunkohle und Atomenergie, die als Basis zur Preisberechnung dienten, hätten sich nicht verteuert.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Traditionell zum Jahreswechsel ziehen die Energieanbieter die Preisschraube ihrer Tarife an. Mehr als 100 Regionalversorger haben eine Anhebung der Preise um 5 bis 8,5 Prozent für Januar 2009 angekündigt, weitere werden in den folgenden Monaten nachziehen. Ausschlaggebend seien nach Angaben der Energieunternehmen die gestiegenen Beschaffungskosten.

"Die Strompreise klettern Anfang 2009 auf einen neuen Höchststand", erklärt Manfred Panitz, Vorstandsmitglied des VEA. "Aber warum? Auf der Erzeugerseite gibt es keinen nachvollziebaren Grund, die Kosten für Strom höher anzusetzen." Atomenergie und Braunkohle dienten als Basis zur Berechnung des Strompreises und hätten sich nicht verteuert.

"Die vorgeschobenen Argumente sind durch nichts zu halten", so Panitz. Nach Ansicht des VEA stehen der deutschen Wirtschaft in doppelter Hinsicht schwierige Zeiten bevor: Zum einen stellt der konjunkturelle Einbruch eine enorme Bedrohung für die tausenden mittelständischen Unternehmen dar. Zum anderen steigen die Energiepreise stetig – neben den Stromkosten auch die Preise für Gas.

"Die Kosten für Rohstoffe wie Erdöl sinken jedoch", kommentiert Panitz die Entwicklung. Der Verband fordert von den Energieversorgern die Strompreise deutlich zu senken. Industriekunden und private Haushalte benötigen dringender als je zuvor faire und angemessene Energiepreise.

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