EEG-Novelle

VEA: Ökoenergie darf Strom nicht teurer machen

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer hat den Entwurf zur geplanten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes scharf kritisiert. Das EEG lege für regenerative Energien Preise fest, die deutlich über dem marktüblichen Durchschnittspreis liegen, moniert der VEA. Damit soll der Anteil dieser Energien an der Stromversorgung bis 2010 auf 20 Prozent steigen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Der Entwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stößt auf scharfe Kritik des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e. V. (VEA). Laut VEA wird die Belastung für Strom bis 2010 um knapp 30 Prozent steigen. "Schon jetzt zahlen deutsche Energiekunden EU-weit die höchsten Preise. Eine zusätzliche Belastung würde jede Hoffnung auf einen baldigen Aufschwung zunichte machen. Zudem wäre die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nachhaltig geschwächt", erläutert Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

Das EEG lege für regenerative Energien Preise fest, die deutlich über dem marktüblichen Durchschnittspreis liegen, moniert der VEA. Damit soll der Anteil dieser Energien an der Stromversorgung bis 2010 auf 20 Prozent steigen. "Schon die Grundentscheidung, Ökoenergien so massiv zu subventionieren, gehört gründlich hinterfragt. Wenn man sich aber für Subventionen entscheidet, dann muss man die Last auch gleichmäßig verteilen. Für den VEA kommt deswegen nur die Finanzierung aus dem allgemeinen Steueraufkommen in Frage. Eine weitere einseitige Belastung der energieintensiven Wirtschaft ist für uns nicht tolerabel", so Panitz weiter.

Der Entwurf sei ein weiteres Beispiel dafür, wie die Bundesregierung mit ihren Gesetzen auf Jahre hinaus marktgerechte Energiepreise verhindere. Sinkende Preise und gleiche Chancen für alle Versorger seien aber gerade das Ziel der Liberalisierung gewesen. "Es ist die alte Krankheit: Ein Schritt vor, zwei zurück. Und die Wirtschaft und ihre Wettbewerbsfähigkeit bleiben auf der Strecke."

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