Ungleichbehandlung

VEA kritisiert Vorzugskonditionen nur für große Stromabnehmer

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) wendet sich entschieden gegen eine mögliche einseitige Bevorzugung großer und sehr großer Stromverbraucher durch die Energiekonzerne. Dies sei wettbewerbsverzerrend und würde den Mittelstand zusätzlich belasten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) – Letzte Woche war bekannt geworden, dass E.ON, Vattenfall Europe und RWE derzeit mit drei großen Aluminiumproduzenten Verhandlungen über besondere Preisnachlässe führen. Im Gespräch sei, die Strompreise für diese Unternehmen auf die Hälfte abzusenken. Unter anderem sollen diesen Betrieben die Kosten des Emissionshandels erlassen werden.

"Das ist ungerecht und wettbewerbsverzerrend, und geht eindeutig zu Lasten des Mittelstandes", so Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. "Natürlich brauchen stromintensive Industriezweige dringend akzeptable Strompreise, um international bestehen zu können. Doch dies gilt genauso für mittelständische Unternehmen, die ebenfalls einem harten internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind."

Panitz ist sich sicher, dass die Energiekonzerne nicht ersatzlos auf die Gewinne verzichteten, die ihnen durch die Preisnachlässe entgingen: "Was sie den Großen erlassen, kassieren sie bei den mittleren und kleinen Verbrauchern mit der Folge, dass dort immer mehr Arbeitsplätze durch Verlagerung ins Ausland wegfallen. Diese Entwicklung muss dringend gestoppt werden. Und das heißt nichts anderes als wettbewerbsfähige Strompreise auch für mittlere und kleine Unternehmen."

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Gesetz

    EU will bummelnde Regierungen auf Linie zwingen

    Die EU-Kommission will die Energiepolitik ihrer 27 Mitgliedstaaten mit aller Macht angleichen - weil der freie Handel mit Strom und Gas trotz europäischer Vorgaben noch immer ein Wunschtraum ist und Verbraucher längst nicht überall problemlos ihren Anbieter wechseln können. Offenbar sind auch Einheits-Fördermodelle für grünen Strom geplant.

  • Strompreise

    Ergebnis des Atomgipfels wird harsch kritisiert

    Die Reaktionen von kommunalen Energieversorgern, der Erneuerbaren-Branche und von Umweltverbänden fielen vernichtend aus. Mit dem Atom-Deal habe die Bundesregierung die Marktmacht der großen Konzerne zementiert und beschreite einen "energiepolitischen Durchbruch nach vorgestern". Zudem seien einige Punkte verfassungswidrig.

  • Energieversorung

    Großindustrie soll Strom offenbar billiger bekommen

    Vor dem Hintergrund stark gestiegener Strompreise führen Vertreter der Energiebranche nach einem Bericht des Magazins "Wirtschaftswoche" angeblich Geheimverhandlungen über günstigere Konditionen für ausgewählte Industriegroßkunden.

  • Hochspannungsmasten

    Handelsblatt: Strompreis sorgt für Eklat in der Industrie

    Nach einem Bericht des Handelsblatts wird der Streit zwischen Energieversorgern und ihren Industrieabnehmern heftiger. Grund hierfür sind die stark gestiegenen Strompreise. Jetzt wird der Energieausschuss des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Frage gestellt.

  • Hochspannungsleitung

    Erneuerbare Energien sollen Strom- und Benzinpreise senken

    Der Weg aus der Abhängigkeit vom Öl ist - zumindest nach Auffassung des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE) - ganz einfach: Die Nutzung erneuerbarer Energieträger verstärken und die Energieeffizienz erhöhen. Damit wären die Verbraucher zudem unabhängig von steigenden Preisen.

Top