VEA: Gewaltige Preisunterschiede bei den Netznutzungsentgelten

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Der Bundesverband der Energieabnehmer (VEA), Hannover, veröffentlichte kürzlich einen Preisvergleich der Netznutzungsentgelte für Sondervertragskunden in Deutschland und zog einen ernüchternden Schluss: "Die Beschaffung der Preise von den 700 Netzbetreibern in Deutschland erweist sich als Sisyphusarbeit", sagte VEA-Chef Dr. Volker Stuke. "Bisher haben nur etwa 150 Unternehmen ihre Daten veröffentlicht; davon ist eine Vielzahl von Angaben unvollständig oder steht unter dem Vorbehalt einer kurzfristigen Überarbeitung."


Die Netznutzung sei aufgrund ihrer verbleibenden Monopolstellung innerhalb des liberalisierten Strommarktes ein besonders sensibler Bereich. Die wirtschaftliche Bedeutung der Netznutzung sei erheblich, beträgt ihr Anteil an den Gesamtkosten doch 30 bis 50 Prozent, im Einzelfall sogar bis zu 70 Prozent. "Preistransparenz in diesem Bereich ist von entscheidender Bedeutung, wenn die Kunden die Preisvorteile, die sie den EVU aufgrund der Liberalisierung abgerungen haben, nicht über zu hohe Netznutzungsentgelte wieder verlieren wollen", so Dr. Stuke. Die Entgelte hingen im Einzelfall von der Bezugsstruktur des jeweiligen Kunden ab. Im Durchschnitt der 15 im Preisvergleich vorgegebenen Abnahmefälle mit mittelspannungsseitiger Versorgung zahlen Sondervertragskunden 6,02 Pfennig pro Kilowattstunde, wobei starke Preisschwankungen zwischen den einzelnen Netzbetreibern zu erkennen seien. Zwischen dem günstigsten Anbieter (WLK Erkelenz 4,33 Pf/kWh) und dem teuersten Anbieter (e.dis Fürstenwalde 9,63 Pf/kWh) existiere ein Preisunterschied von 123 Prozent. Auffallend seien die signifikanten regionalen Unterschiede in Deutschland: Insgesamt sei das Preisniveau im Westen und Süden deutlich günstiger als im Norden und im Osten. Relativ günstige Netznutzungsentgelte seien vorrangig im Übertragungsnetzbereich von RWE und EnBW zu finden. Auffällig sei, dass die fünf teuersten Unternehmen aus den Neuen Bundesländer kommen.


Besondere Beachtung sei auch denjenigen Netzgebieten zu schenken, in den Stromerzeugungsanlagen betrieben werden, die nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gefördert werden. Dort seien von den Kunden teilweise erhebliche Aufschläge in Höhe von bis zu 2 Pf/kWh zu entrichten. Dies könne im Sondervertragsbereich Preiserhöhungen von über 25 Prozent bedeuten und somit die aufgrund von Wettbewerb vereinbarten Preisreduzierungen des letzten Jahres kompensieren.


Weitere Informationen unter www.vea.de.

Das könnte Sie auch interessieren
Top