Kritik

VEA: "Gassteuer falsches Signal"

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer sieht den "Standort Deutschland hochgradig gefährdet", da große Teile der energieintensiven Industrie die Erhöhung der Gassteuer nicht verkraften würden. Deutschland aber, so VEA-Vorstandsmitglieder Manfred Panitz, brauche bezahlbare Energie für eine florierende Wirtschaft.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der in Hannover ansässige Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) hat die Entscheidung der Bundesregierung, die Gassteuer um 57 Prozentpunkte zu erhöhen, "auf Schärfste" kritisiert.

"Die Energiepreise in Deutschland waren schon vorher auf Rekordniveau. Von Wettbewerbsfähigkeit konnte daher keine Rede sein. Jetzt setzt Rot-Grün noch einen drauf. Die Industrie liegt bereits am Boden, und die Regierung versetzt ihr den Todesstoß. Viele Teile der energieintensiven Industrie werden diese widersinnige Erhöhung nicht verkraften", sagte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

Besonders "verwerflich" sei laut Panitz die Täuschung der Industrie: "Die letzten vier Jahre hieß es, wir müssen weg vom Öl und weg vom Atomstrom. Gas wurde als umweltfreundlicher Rohstoff verkauft. Viele Unternehmen haben darauf vertraut und ihre Energieversorgung unter großem Kostenaufwand umgestellt. Und jetzt werden sie für ihr Engagement abgestraft. So kann man mit kooperativen Unternehmern nicht umgehen".

Deutschland brauche als hochtechnisiertes Land bezahlbare Energie für eine florierende Wirtschaft, führte Panitz fort. "Die Ökoenergien sind viel zu teuer und stehen außerdem nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung. Öl ist zu krisenanfällig, und Kohle ist Vergangenheit. Mit der Verteuerung von Erdgas zwingt die Regierung die Industrie dazu, billigen Atomstrom zu beziehen. Das soll noch einer verstehen".

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