Notwendigkeit

VEA fordert Regulierungsinstanz für Gasmarkt

Der VEA stellt sich nicht grundsätzlich gegen die von E.ON beantragte Ministererlaubnis zur Übernahme von Ruhrgas, fordert aber, den Wettbewerb durch eine Regulierungsbehörde zu schützen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA), Hannover, fordert die Bundesregierung auf, eine Regulierungsbehörde für den Gasmarkt einzurichten. Der Verband sieht in der Regulierungsinstanz die einzige Möglichkeit, der Übernahme der Ruhrgas durch E.ON zuzustimmen und trotzdem Wettbewerb auf dem Gasmarkt zu gewährleisten.

"Wir sehen den Wunsch und auch die Notwendigkeit der deutschen Energieversorger, sich für den internationalen Wettbewerb zu rüsten. Deswegen stellen wir uns auch nicht grundsätzlich gegen die von E.ON beantragte Ministererlaubnis. Auch die deutschen Energieverbraucher profitieren letztlich von wettbewerbsfähigen heimischen Anbietern. Ohne Regulierer aber fehlt die ausgleichende Instanz, um trotz der Marktmacht von E.ON den Wettbewerb sicherzustellen", erläuterte Harald Wildhagen, Vorstandsvorsitzender des VEA, die Forderung. Der Verband befürworte die Expansion der deutschen Energieversorger. Ein zentrales Interesse auch der Verbraucher sei die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im internationalen Vergleich. "Wenn wir nicht dafür sorgen, dass die deutschen Unternehmen international mitreden können, werden auf unseren Energiemärkten bald Staatsmonopolisten wie die EdF und Gaz de France das Sagen haben. Das wäre das Aus für den Wettbewerb. Das belegen unsere Erfahrungen aus dem französischen Markt. Dort gibt es bis heute keinen nennenswerten Wettbewerb", kritisiert Wildhagen. "Selbstverständlich soll der deutsche Markt für alle offen sein. Aber es müssen auch für alle die gleichen Voraussetzungen und Spielregeln gelten. Das heißt: Internationale Wettbewerbsfähigkeit für deutsche Unternehmen bei gleichzeitiger Überwachung aller Wettbewerbsteilnehmer durch einen Regulierer", machte Wildhagen abschließend deutlich.

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