Liberalisierung

VEA fordert mehr Wettbewerb im Gasmarkt

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) unterstützt die Ankündigung des Bundeskartellamtes, Langzeitverträge zwischen Ferngasversorgern und Stadtwerken zu verbieten. Dies sei ein richtiger Schritt in Richtung eines freien Marktes, sagte VEA-Chef Panitz in Hannover.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) – "Die letzten Tage haben überdeutlich gezeigt, wie dringend der deutsche Gasmarkt mehr Wettbewerb braucht", so Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. "Wenn aber die Stadtwerke wie bisher im großen Stil langfristig an die Lieferanten gebunden werden, bleibt ein freier Markt eine Illusion - einfach weil es kaum etwas frei zu handeln gibt." Häufigere Vertragsverhandlungen und größere freie Gasmengen sind nach Ansicht des Verbandes für fairere Konditionen unverzichtbar.

Das Bundeskartellamt hatte bereits im April 2005 vorgeschlagen, Verträge von mehr als zwei Jahren Laufzeit zu verbieten, wenn sie mehr als 80 Prozent des Gasbedarfs einer versorgten Region decken. Gleiches gelte für mehr eine als vierjährige Laufzeit, wenn die Abdeckung 50 Prozent übersteige. Dass die viel kritisierte Ölpreisbindung von Erdgas mit mehr Umsatz auf dem freien Markt an Bedeutung verlieren würde, sieht auch der VEA. Gleichwohl fordert Panitz weiterhin die Abschaffung: "Dieses Instrument verzerrt den Markt und muss nicht nur geschwächt, sondern eliminiert werden."

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Strom sparen

    VEA stellt enorme Unterschiede bei Gasnetz-Gebühren fest

    In einem Vergleich der Nutzungsentgelte für Gasnetze hat der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) große Unterschiede festgestellt. So koste die Netznutzung des teuersten Netzbetreibers fünf mal so viel wie beim günstigsten Netzbetreiber.

  • Energieversorung

    Glos erwartet von Gaspreissenkung bis zum Jahresende

    Bundeswirtschaftsminister Glos rechnet damit, dass die Gaspreise bis zum Jahresende wieder gesenkt werden. Vor dem Hintergrund der Ölpreisbindung und den inzwischen wieder kräftig zurückgegangen Ölpreisen, sei "nach dieser Logik auch die nächste Gaspreissenkung bereits absehbar", erklärte Glos.

  • Hochspannungsmasten

    Erdgas: Innerhalb eines Jahres fast ein Drittel teurer

    Die aktuelle VEA-Studie hat 39 Versorgungsgebiete näher untersucht und dabei Preisunterschiede von knapp 30 Prozent zwischen günstigstem und teuerstem Versorger festgestellt. Die Preiserhöhungen für den Kunden seien dabei wesentlich höher ausgefallen als die Steigerungen bei den Importpreisen der Energieversorger.

  • Strom sparen

    VEA: Gas-Ölpreis-Kopplung hat endgültig ausgedient

    Der Energie-Abnehmerverband VEA unterstützt das Einschreiten des Bundeskartellamtes gegen überhöhte Gaspreise. Die schnelle Reaktion der Versorger zeige, dass die angekündigten Preiserhöhungen unbegründet seien und die Kopplung des Gas- an den Ölpreis keinerlei Funktion mehr habe.

  • Strompreise

    Kartellamt erzielt erste Ergebnisse in Verfahren gegen die Gaswirtschaft

    Das Bundeskartellamt behält die Vorgänge auf dem deutschen Gasmarkt weiterhin im Auge: Erreicht werden konnte ein Preismoratorium u.a. bei der Thüga AG Erdgas Allgäu-Oberschwaben und der EnBW Ostwürttemberg Donau/Ries. Der Missbrauchsverdacht gegen die Stadtwerke Ulm besteht indes weiter.

Top