"Viel Politik, keine Nachfrage"

VEA fordert Abschaffung der Privilegien für Windenergie

Der Energie-Abnehmerverband VEA sieht wegen der Integration der Windkraft in die Stromnetze die Versorgungssicherheit gefährdet und befürchtet zudem Preisanstiege aufgrund "riesiger Investitions- und Subventionssummen". Die Förderung der Windkraft habe "mit Wirtschaftlichkeit nichts zu tun", heißt es.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) warnt vor Versorgungslücken und höheren Strompreisen durch die umfangreiche Integration der Windkraft in die Stromnetze. "Die Förderung der Windkraft ist ein rein politisches Projekt und nicht vom Markt nachgefragt. Mit Wirtschaftlichkeit hat das nichts zu tun", so Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

Der Verband teilt die Bedenken, die laut einem Bericht der Berliner Zeitung in einer noch nicht veröffentlichten Studie zur Windkraft unter der Leitung der Deutschen Energie Agentur laut werden. Demnach seien in den kommenden zehn Jahren Milliardeninvestitionen notwendig, um das Hochspannungsnetz für den Anschluss der Windkraftparks umzurüsten. Zusätzlich entstünden hohe Kosten für konventionelle Ersatzkraftwerke, die bei Flaute zum Einsatz kommen müssten.

"Tatsache ist, dass die Windkraft auf absehbare Zeit nicht kostendeckend arbeiten wird, trotz der riesigen Investitions- und Subventionssummen", so Panitz. "Ergebnis können nur höhere Strompreise sein." Der VEA fordere deshalb eine Abschaffung aller Privilegien für die Windkraft wie die Pflicht zur Netzeinspeisung. "Die Windenergie muss sich wie alle anderen Energiearten in ein Lastmanagement integrieren. Nur wenn das wirtschaftlich gelingt, kann der Verbraucher mit stabilen Preisen rechnen."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Steigende Stromkosten

    Strompreis: Neuer Rekord bei Steuern und Abgaben

    Der Strompreis steigt für die meisten Haushalte 2016 erst mal nicht. Zwar sind die staatlichen Abgaben im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und sind damit auf einen neuen Rekordwert geklettert. Allerdings sparen die Energieversorger dafür beim Einkauf.

  • Strom- und Gaspreise

    Strom, Heizen, Energie: Das kommt 2016 auf Verbraucher zu

    Im Energie-Bereich wird es im kommenden Jahr für Verbraucher einige Veränderungen geben. Der Strompreis steigt, für Bauherren werden die Regeln bei der Energieeffizienz strenger und neue Effizienzlabel treten auf den Plan.

  • Stromnetz Ausbau

    Weiterer Wirbel um noch nicht veröffentlichte Wind-Studie

    Die verfrühte Veröffentlichung von Ergebnissen einer Studie zur Windenergie ist sowohl von der Deutschen Energie Agentur als auch dem Branchenverband BWE kritisiert worden. Zentrale Aussage des Zeitungsberichts: Die Versorgungssicherheit mit Strom sei schon heute wegen der Windenergie gefährdet.

  • Energieversorung

    NRW-Regierung: Strompreise steigen, überhöhte Anträge wurden jedoch abgelehnt

    Laut NRW-Energieminister Horstmann hatten insgesamt 108 der rund 140 Energieversorger im Land einen Antrag auf höhere Strompreise eingereicht. Darunter waren die großen Versorger wie RWE oder E.ON genauso wie kleine kommunale Anbieter. Es wurden Erhöhungen von im Schnitt vier bis fünf Prozent genehmigt.

  • Stromtarife

    Neuste Entwicklungen in RWE-Gehaltsaffäre(n): Meyer hat dazugelernt / 40 weitere Politiker bekommen Geld

    Die Affäre(n) um umstrittene Gehaltszahlungen des Energiekonzerns RWE an Politiker zieht weitere Kreise. Offenbar stehen weitere 40 Politiker auf der Gehaltsliste des Konzerns. Der Bund der Energieverbraucher spricht unterdessen von "geschmierten" Energiepreisen und die RWE-Zentrale fahndet nach Verantwortlichen.

Top