Falsche Ansätze

VEA: EnWG nachbessern

Dem Bundesverband der Energie-Abnehmer gehen die Regelungen zum Gasmarkt im neuen Energiewirtschaftsrecht nicht weit genug. Der Entwurf, den das Wirtschaftsministerium jetzt vorgelegt hat, sei lückenhaft und beinhalte falsche Ansätze. Der VEA fordert daher einen mutigen und eindeutigen Schritt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) fordert Nachbesserungen am Gesetzentwurf zum neuen Energiewirtschaftsgesetz. Vor allem die Regelungen zum Gasmarkt gehen dem Verband nicht weit genug.

Dort sei nur eine schrittweise Öffnung vorgesehen. Eine Erfolgskontrolle soll erstmals nach drei Jahren stattfinden. "Mit untauglichen Versuchen wurde schon genug Zeit vertan. Jetzt geht es darum, wirklich Erfolg versprechende Maßnahmen umzusetzen. Ansonsten profitiert nur die Gaswirtschaft. Die Verbraucher stehen mit leeren Händen da", erläutert Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

Insgesamt hält der VEA den Entwurf für zu kurz gegriffen. "Von der Liberalisierung der Energiemärkte sollen durch niedrigere Preise hauptsächlich die Privatkunden und die Wirtschaft profitieren. Die Verbraucherinteressen erwähnt der Entwurf aber nur indirekt und ganz am Rande", kritisiert Panitz.

Auch bei den Regelungen für den Strommarkt zeige der Entwurf erhebliche Schwächen. So sollen Regelungen der Verbändevereinbarungen zur Berechnung der Netznutzungsentgelte übernommen werden. "Genau diese bisherigen Modelle waren es, die Wettbewerb und sinkende Preise auf den Energiemärkten verhindert haben. Sie jetzt auch noch gesetzlich zu verankern ist das Schlimmste was passieren kann. Nur ein mutiger und eindeutiger Schnitt bringt uns jetzt weiter", fordert Panitz abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energiewirtschaft

    Industrie wird weiterhin bei Ökostrom-Umlage verschont

    Die deutsche Industrie wird auch in der Zukunft von der Ökostrom-Abgabe weitestgehend befreit bleiben. Nach langen Diskussionen konnten sich die EU-Kommission und die Bundesregierung aufeinander abstimmen.

  • Hochspannungsleitung

    VEA sieht keine Begründung für Strompreiserhöhungen

    Der Bundesverband der Energie-Abnehmer kritisiert die nächste Teuerungswelle auf dem Strommarkt scharf. Der Verband sehe keinen Grund für die Preiserhöhungen, denn Braunkohle und Atomenergie, die als Basis zur Preisberechnung dienten, hätten sich nicht verteuert.

  • Hochspannungsleitung

    VDEW: Wettbewerb im Strommarkt braucht verlässliche Regeln

    Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) hat den vorgelegten Entwurf zum neuen Energiewirtschaftsgesetz kritisiert. Der ordnungspolitische Rahmen sei an zu vielen Stellen zu weit gefasst. Stromanbietern, Händlern, Betreibern der Stromnetze, Erzeuger und Kunden fehle dadurch wichtige Rechts- und Planungssicherheit.

  • Hochspannungsleitung

    Preisunterschiede von bis zu 150 Prozent: Netznutzung bleibt teuer

    Die Strompreise in Deutschland steigen wieder. Laut Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) liegen die Hauptursachen dafür im fehlenden Wettbewerb und der Marktmacht weniger großer Anbieter. Sie könnten über die Entgelte für die Netznutzung Konkurrenzangebote künstlich verteuern und damit für den Kunden unattraktiv machen.

  • Energieversorung

    VEA fordert von Clement konsequente Öffnung der Energiemärkte

    Die Bundesverband der Energie-Abnehmer wirft Wirtschaftsminister Clement vor, bei der Planung der Regulierungsbehörde nur die Vorschläge der Versorgungswirtschaft, nicht aber die der Verbraucherseite zu berücksichtigen. Der Minister käme zwar zu den richtigen Ergebnissen, ziehe jedoch die falschen Schlüsse, moniert der VEA.

Top