Statement

VEA bezeichnet Atomausstieg als "volkswirtschaftlichen Ruin"

Der Energie-Abnehmerverband VEA wehrt sich erneut gegen den geplanten Atomausstieg uns sieht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in "ernster Gefahr". Wegen der höheren Kosten steige der Beratungsbedarf innerhalb der deutschen Wirtschaft signifikant.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) rät den Unternehmen zur verstärkten Analyse ihrer Energiekosten. "Wir verlangen, die Pläne zum Atomausstieg zurückzustellen, solange es keine ökonomisch sinnvollen Alternativen gibt", erklärt Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. Der Verzicht auf die Atomkraft sei nur ein Aspekt von vielen, wie sich Deutschland über kurz oder lang volkswirtschaftlich ruiniere.

"Die Subventionierung der erneuerbaren Energien und die völlig überzogenen Maßnahmen zur CO2-Reduzierung schwächen Deutschland im internationalen Vergleich zusehends." Gestiegene Beschaffungskosten von 30 Prozent und mehr innerhalb eines Jahres sind für den Mittelstand keine Seltenheit mehr. "Die Gewinne der Energieriesen zeigen, wo dieses Geld ist." Panitz fordert die industriellen Abnehmer auf, aktiv zu werden, zum Beispiel durch einen Lieferantenwechsel.

Dabei helfen kann der Verband, der seine Mitglieder auch beim Abschluss marktgerechter Versorgungsverträge unterstützt. Ebenfalls im Fokus des Verbandes stehen der strategische Energieeinkauf und eine optimale Energieeffizienz. "Wir setzen uns für faire Energiepreisen bei Sondervertragskunden ein. Aber auch die privaten Haushalte profitieren davon in Form von günstigeren Verbraucherpreisen", so Panitz. Insbesondere im Zuge der sich beschleunigenden Gasmarktliberalisierung steigt der Beratungsbedarf für die deutsche Wirtschaft. "Nun können wir unser umfangreiches Leistungsportfolio neben Strom auch für weitere Energieträger anbieten."

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