Zehn Prozent in 12 Monaten

VEA bemängelt: Strompreise auf Rekordniveau

Der neuste VEA-Strompreisvergleich macht noch immer ein starkes Preisgefälle zwischen den Stromgebühren im Osten und im Westen Deutschlands deutlich. Zudem bilanziert der Verband starke Strompreiserhöhungen in den letzten zwölf Monaten und erkennt ein Oligopol, das die Höhe der Strompreise diktieren könne.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (red) - Die deutschen Strompreise haben ein neues Rekordniveau erreicht. Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) errechnet in seinem aktuellen Strompreisvergleich für mittelständische Industriekunden einen Anstieg der Preise von über zehn Prozent in den letzten zwölf Monaten.

Damit sei Strom so teuer wie seit Beginn der Liberalisierung vor fünf Jahren nicht mehr, bilanziert der Verband. Ursache für den Preisschub ist laut VEA primär der dramatisch gestiegene Großhandelspreis für Strom. "Es gibt in Deutschland nur vier Unternehmen, die fast den gesamten Markt der Stromerzeugung unter sich aufgeteilt haben. Sie missbrauchen jetzt ihre Marktmacht, um die Strompreise nach oben zu treiben", beurteilt Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA, die aktuelle Situation.

Die Studie belege einmal mehr, dass von einem funktionierenden Strommarkt in Deutschland keine Rede sein kann. "Jetzt zahlen die Kunden die Zeche für die von der Politik nicht nur geduldeten, sondern gewünschten Fusionen der großen Energieversorger", moniert Stuke. Mit über 80 Prozent der Kraftwerkskapazitäten in den Händen der vier Verbundunternehmen hätte sich ein Oligopol gebildet, das in der Lage sei, den Großhandelspreis für Strom zu diktieren. Das belegt der VEA mit Zahlen: Obwohl im Jahr 2003 der Preis für Kraftwerkskohle nach Angaben des Vereins der Kohleimporteure um zehn Prozent gesunken ist, sind die Strompreise in den letzten zwölf Monaten dramatisch gestiegen.

Der aktuelle VEA-Strompreisvergleich untersuchte 50 Netzgebiete, in denen etwa zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs anfallen. Ermittelt werden die von den Kunden zu erzielenden Komplettpreise vor Steuern. Nach wie vor liegt der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern mit 8,27 Cent pro Kilowattstunde deutlich über dem mittleren Preis in den alten Bundesländern (7,68 Cent pro Kilowattstunde). Die günstigsten Netzgebiete sind derzeit EWR in Worms, GEW RheinEnergie in Köln und die Stadtwerke München. Die teuersten Versorger in den alten Bundesländern sind die Braunschweiger Versorgungs-AG, die Schleswag in Rendsburg und die EAM in Kassel. Die teuersten Versorgungsgebiete in Ostdeutschland und auch insgesamt sind die TEAG in Erfurt, Avacon für Sachsen-Anhalt und die Wemag in Schwerin.

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