Kein Verzicht auf Kernenergie

VEA begrüßt Absicht der Opposition, AKW-Ausstieg zurückzunehmen

Die Ankündigung führender CDU-Politiker, im Falle eines Regierungswechsels den Ausstieg aus der Kernenergie zurückzunehmen, stößt beim Bundesverband der Energie-Abnehmer auf Zustimmung. "Was die Regierung energiepolitisch durchsetzen will, widerspricht sich", gibt VEA-Vorstandsmitglied Manfred Panitz den Konservativen Rückendeckung.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) begrüßt die Ankündigung der CDU-Spitze, im Falle eines Regierungswechsels den AKW-Ausstieg rückgängig zu machen.

Die Atomkraft gehört nach Ansicht des VEA noch auf lange Sicht "zwingend" zu einem leistungsfähigen Energiemix. "Die jetzige Regierung hat nach wie vor kein Konzept vorgelegt, wie sie den Ausstieg aus der Kernenergie kompensieren und gleichzeitig ihre Klimaschutzziele erreichen will. Am Ende wird es so sein, dass wir sichere deutsche Reaktoren abschalten, um Strom aus unsicheren osteuropäischen Kraftwerken zuzukaufen. Das ist ein Pyrrhussieg für die Umwelt", so Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

Sowohl Merkel als auch die Ministerpräsidenten Stoiber und Teufel hatten betont, dass man sich zumindest die Option auf eine längere Nutzung der Kernenergie offenhalten müsse. Ob die Energieversorger diese Option dann nutzten, sei deren Sache. In einer ersten Reaktion hatten diese angekündigt, zum Atomausstieg zu stehen.

"Wir dürfen nicht die Politik vor die Vernunft stellen. Was die Regierung energiepolitisch durchsetzen will, widerspricht sich. Die Ankündigung von Bundesumweltminister Trittin, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent verringern zu wollen, ist nur realisierbar, wenn auch weiterhin die Kernkraftwerke genutzt werden. Es gibt Realitäten, die man anerkennen muss", so Panitz.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Strompreise

    2003: Anteil der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg gesunken

    Nach vorläufigen Erhebungen des Statistikamtes wurden 2003 in Baden-Württemberg fast 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Lauf- und Speicher-Wasserkraftwerke hatten dabei einen Anteil von 84 Prozent. Durch den trockenen Sommer sank jedoch der Anteil an der gesamten Stromerzeugung.

  • Stromtarife

    Zankapfel Energie: Bundestag streitet um Atomausstieg

    Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat der Bundestag heute Anträge der Opposition zurückgewiesen, in denen eine energiepolitische Wende verlangt wird. Union und FDP bekräftigten ihre Forderung nach einem Rücktritt vom Atomausstieg, was Wirtschaftsminister Clement jedoch entschieden zurückwies.

  • Strom sparen

    Diskussion um Strompreiserhöhungen: Wie transparent sind die deutschen Strompreise?

    Die Diskussion über die neuerlich geplanten Erhöhungen der Energiepreise in Deutschland schlägt hohe Wellen: Der BDI, nicht gerade als großer Energiewirtschaftskritiker bekannt, spricht von Deindutrialisierung und alleiniger Schuld der Konzerne für die derzeitige Situation. Künast fordert mehr Transparenz.

Top