Standpunkt

VDMA: Ohne Wind und Kohle fehlt Deutschland Energie

Die Hersteller im VDMA, vom Kohlekraftwerksbau bis zum Windenergieanlagenbau, haben eine gemeinsame Energiepolitik definiert, die für die deutsche Industrie verlässliche Rahmenbedingungen schaffen soll. Dabei forderten sie, dass die Technologieführerschaft deutscher Unternehmen bei effizienter Kraftwerkstechnik und erneuerbaren Energien erhalten wird.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Ein zukunftsfähiger Energiemix kann nach Auffassung des Verband der Investitionsgüterindustrie (VDMA) nur durch die Integration aller zur Verfügung stehenden Energieträger gestaltet werden. Sonst drohen technologische Fadenrisse und Blackouts nach amerikanischem Vorbild. "Versuche, einzelne Energieträger, sei es Wind oder Kohle, gezielt vom deutschen Energiemarkt auszuschließen, sind industriepolitisch der falsche Weg. Sie schaden der gesamten deutschen Wirtschaft", erläutert Thorsten Herdan, Geschäftsführer im VDMA, die Position seines Verbandes im Rahmen eines Pressefrühstücks. "Nur die gleichzeitige Förderung von effizienter Kraftwerkstechnik und erneuerbaren Energien ist Industriepolitik für die Zukunft."

Bis zum Jahr 2030 muss aufgrund altersbedingter Stilllegung bestehender Kraftwerke eine Kraftwerksleistung von mindestens 50 000 Megawatt ersetzt werden, ergab ein eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung (DIW) und des Öko-Instituts. "Diese energiepolitische Herausforderung erfordert ein Investitionsprogramm von 50 bis 60 Milliarden Euro und ist nur durch eine effiziente Ausnutzung aller Energieträger zu meistern. Ambitionierte klimapolitische Ziele für längere Zeithorizonte sind dafür sowohl eine zentrale Rahmenbedingung als auch ein wichtiger Innovationsmotor", betonte auch Dr. Felix Matthes, stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts.

"Die Technologieführerschaft der deutschen Hersteller ist wesentlich von der Planbarkeit der Investitionen abhängig", erläuterte anschließend auch Dr. Stephan Feldhaus, Leiter Bereichskommunikation der Siemens AG Power Generation. "Wir bieten die Technologien an, um Strom höchster Effizienz zu erzeugen. Das gilt für alle Energieträger." "Ein politischer Schlingerkurs, der die Investitionen radikal rauf und runterfährt, führt automatisch zu technologischen Fadenrissen und schadet der Industrie nachhaltig", so Feldhaus weiter.

Als falsches Signal kritisiert Norbert Giese, Geschäftsführender Gesellschafter von AN Windenergie die derzeitige "Hetzjagd" auf die Windenergie. "Wir haben in Deutschland eine hochinnovative Industriebranche aufgebaut, die mit einer Senkung der Stromgestehungskosten von mehr als 55 Prozent in den letzten 13 Jahren aufwarten kann. Diesen Weg werden wir weiter fortsetzen und damit mittelfristig zu einer Angleichung der Strompreise aus Windenergie und anderen Energieträgern kommen."

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