Spielball der Interessen

VDMA: Anlagenbau braucht Kontinuität

Das beherrschende Thema auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Fachverbandes Power Systems im VDMA am vergangenen Freitag war die zukünftige Entwicklung der deutschen Energiepolitik. Seit der Ankündigung vorgezogener Neuwahlen sei diese zum Spielball von wirtschaftlichen Interessen geworden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt (red) -"Die deutschen Energieanlagenhersteller sowie die große Anzahl von deutschen Zulieferunternehmen sind in hohem Maße auf verlässliche und langfristige energiepolitische Rahmenbedingungen angewiesen", betonte Ray Carrell, neuer Vorsitzender VDMA Power Systems. Zwar müsse die deutsche Energiepolitik immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden, ein Richtungswechsel je nach parteipolitischen Machtverhältnissen schade allerdings erheblich der in Deutschland produzierenden Industrie. Planungssicherheit sei das erste Gebot für Investitionen in innovative Energieerzeugungsanlagen.

"Alle deutsche Volksparteien werden unabhängig vom Wahlausgang im September 2005 daran arbeiten, Kontinuität in der Gesetzgebung zu gewährleisten", war sich indes Dr. Frank Stieler, Siemens Power Generation (PG), sicher. Dies gelte sowohl für die fossilen als auch für die erneuerbaren Energien. "Dem deutschen Heimatmarkt kommt für die Hersteller und Zulieferer große Bedeutung zu, zumindest dann, wenn zukünftig die Wertschöpfung weiterhin in Deutschland erfolgen soll", kommentierte Andreas von Bobart, GE Energy GmbH.

Ohne einen stabilen Heimatmarkt drohe eine Verlagerung der Produktion in die Zielländer. Der VDMA appellierte daher an alle Interessengruppen der Wirtschaft und der Politik, bei der notwendigen Weiterentwicklung der deutschen Energiepolitik die Kontinuität und damit die Planungssicherheit nicht aus den Augen zu verlieren.

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