Strombranche ist zuversichtlich

VDEW zum Emissionshandel: Investitionsanreize in Deutschland schaffen

"Der geplante Handel mit Kohlendioxid-Emissionszertifikaten darf nicht zu weiteren Belastungen für die deutsche Stromwirtschaft führen: Kohlendioxid-Emissionsberechtigungen müssen kostenfrei und entsprechend dem Bedarf der Unternehmen zugeteilt werden." Das erklärte jetzt der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Bei dem nationalen Vergabeplan für Emissionsrechte sollte der Kohlendioxid-Ausstoß der vergangenen fünf Jahre zugrunde gelegt werden. Damit würden zeitnahe und verlässliche Bewertungsgrundlagen geschaffen. "Von zentraler Bedeutung ist, dass der Emissionshandel Anreize schafft, in einen wirtschaftlichen und ökologisch tragfähigen Ersatz der Kraftwerkskapazitäten in Deutschland zu investieren", betonte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller.

Der politisch gewünschte Ausstieg aus der Kernenergie führe in den nächsten Jahren zwangsläufig zu einem Zuwachs der Kohlendioxid-Emissionen, da die Kernkraftanlagen durch Kohle- oder Gaskraftwerke ersetzt werden müssen. Die Branche, so Meller, erwartet von der Politik, dass die für diese zusätzlichen Emissionen erforderlichen Zertifikate kostenlos zur Verfügung gestellt werden. "Insgesamt ist die Stromwirtschaft zuversichtlich, dass Deutschland die Minderungsvorgaben des Kyoto-Protokolls erfüllen wird." Das sei auch durch ein neues Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Institutes für Wirtschaftsforschung bestätigt worden. Meller: "Es komme aber darauf an, neben dem Umweltschutz auch die gleichgewichtigen Ziele Versorgungssicherheit, Preiswürdigkeit und soziale Ausgewogenheit nicht aus den Augen zu verlieren."

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