Standpunkt

VDEW, VKU und BNE diskutierten auf Schleupen-Geschäftsführerkonferenz über Regulierung

Hochkarätig besetzt war in der vergangenen Woche die Diskussionsrunde bei der Schleupen-Geschäftsführerkonferenz. Die Geschäftsführer von BNE und VDEW sowie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des VKU stellten sich zum Thema "Der Regulierer kommt: aber wie?". Darüber hinaus standen aber auch grundsätzliche Vorträge zu Datenschutz auf dem Programm.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Der Markt braucht einen Schiedsrichter." Mit dieser Aussage bekräftigte Dr. Henning Borchers, Geschäftsführer des Bund neuer Energieanbieter (BNE) auf der Schleupen-Geschäftsführerkonferenz am 26. Juni 2003 in Frankfurt seine Forderung nach einem diskriminierungsfreien Zugang zu den Strom- und Gasnetzen.

Gleichzeitig stellte er aber auch fest, dass die Verbändevereinbarung VV II+ eine brauchbare Grundlage für die Arbeit der künftigen Regulierungsbehörde für den Energiemarkt darstelle. Zumindest in diesem Punkt war er sich mit seinen Kollegen Dr. Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des VDEW und Michael Wübbels, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VKU einig. Die Diskussion entzündete sich jedoch bei der Frage der Preisfindung hinsichtlich der Netznutzungsentgelte. Während Borchers hier die volle Transparenz und Sanktionsmechanismen für den Fall der Diskriminierung beim Netzzugang forderte, warnten Meller und Wübbels davor, den Preis als alleiniges Kriterium für die Betrachtung der Netznutzungsentgelte herzunehmen. "Wichtig ist der Erhalt der Qualität der Netze", so Michael Wübbels vom VKU. "In Deutschland liegen wir bei einer durchschnittlichen Ausfallzeit von 15 Minuten, in Frankreich bei einer Stunde und in Italien bei zwei Stunden", ergänzte Dr. Eberhard Meller vom VDEW diese Aussage.

Fast 60 Geschäftsführer von Unternehmen aus der Energie- und Wasserwirtschaft waren zur diesjährigen Schleupen-Geschäftsführerkonferenz in der vergangenen Woche nach Frankfurt gekommen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie mit Hilfe der Informationstechnologie die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden kann. "IT stellt heute einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor in den Unternehmen dar, gleichzeitig steigen aber die Vielfältigkeit und die Komplexität der eingesetzten Lösungen", so die Einschätzung dazu von Rudolf Trapp, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Radolfzell.

Diskutiert wurden daneben Themen wie "Aktives Risiko-Controlling als strategisches Führungsinstrument" oder "Asset Management als Werkzeug zur Sicherung der Anlageinvestitionen". Darüber hinaus standen aber auch grundsätzliche Vorträge zu Datenschutz und Datensicherheit oder zur effiziente Gestaltung von Geschäftsprozessen angesichts des "Legal Unbundling" auf dem Programm, das in vielen Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in den nächsten Jahren eine grundlegende Neuorganisation nach sich ziehen wird.

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