Klartext zum Energiemix

VDEW und dena legen Praxis-Vorschlag zur Stromkennzeichnung vor

Die Empfehlung von VDEW und dena zur Kennzeichnung des Stroms orientiert sich an den europarechtlichen Vorgaben. Wie der Strom erzeugt wurde, soll einfach und klar entweder auf der Rechnung oder einem Beiblatt sowie auf Werbematerialien ersichtlich sein. Gleichzeitig müsse es kostengünstig umzusetzen sein.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der VDEW will Klartext für die Stromkunden: "Die Anteile des Stroms aus nuklearer, fossiler und erneuerbarer Energie sollen künftig auf jeder Rechnung ausgewiesen werden. Damit alle Verbraucher den Energiemix ihres Versorgers auf einen Blick erkennen können, sollten die Stromkennzeichen bundesweit bei allen Anbietern standardisiert sein", erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW).

Die Empfehlung von VDEW und dena zur Kennzeichnung des Stroms orientiere sich an den europarechtlichen Vorgaben. Die neue Elektrizitäts-Binnenmarktrichtlinie verpflichte auch Deutschland, die Kennzeichnung von Strom in nationales Recht umzusetzen. Die Stromkennzeichnung sei daher ein Bestandteil in der laufenden Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes. "Die Kennzeichnung von Strom nach der Art der Erzeugung ist ein neues Element der Verbraucherinformation. Sie muss einfach, klar, dabei praktikabel, kostengünstig und einfach umsetzbar sein. Diese Vorgaben erfüllt der gemeinsam von der Strombranche und der dena entwickelte Lösungsvorschlag", betonte Stephan Kohler, Geschäftsführer der dena.

Schon heute sei es bei der Mehrheit der knapp 900 Stromversorger üblich, in den Geschäfts- und Umweltberichten sowie im Internet ausführlich über die Stromerzeugung zu informieren. Die Ausweisung auf der Rechnung solle daher möglichst kostengünstig sein. "Die Kennzeichnung darf nicht die Stromrechnung der Verbraucher verteuern", erklärte Meller. Wie der Strom erzeugt wurde, solle entweder auf der Rechnung oder einem Beiblatt sowie auf spezifischen Werbematerialien ersichtlich sein. "Darüber hinaus kann sich der Verbraucher über Umweltauswirkungen seines Strommixes direkt bei seinem Versorger informieren", erläuterte Kohler.

Der Vorschlag zur Kennzeichnung berücksichtigt auch die Vermarktung von Ökostromprodukten. Jedes Unternehmen könne das Standardkennzeichen um eigene Informationen erweitern. "Produktdifferenzierung ist ein elementarer Wettbewerbsfaktor im Strommarkt. Dafür brauchen die Anbieter unternehmerische Freiheit", erläuterte Meller.

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