Wirtschaftsstandort gestärkt

VDEW: Strompreise für Industrie noch immer günstig / Anstieg steht bevor

Die deutsche Industrie profitiert nach wie vor von der Liberalisierung der Strommärkte. Die Strompreise für diesen Zweig sind Anfang des Jahres noch immer um 30 Prozent niedriger gewesen als vor der Öffnung. Allerdings werden die Preise wieder steigen. Als Gründe nannte der VDEW auf der Hannover Messe u.a. die "Rückkehr zur Normalisierung nach einen ruinösen Preiskampf".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

"Trotz wachsender politischer Sonderlasten und steigender Kosten bietet die deutsche Stromwirtschaft günstige Preise und stärkt damit den Wirtschaftsstandort." Davon zeigte sich der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) auf der diesjährigen Hannover Messe überzeugt.

Nach wie vor profitiere die Industrie am meisten von der Liberalisierung, betonte VDEW-Präsident Günter Marquis. Die Strompreise für die Industrie seien Anfang 2002 immer noch rund 30 Prozent niedriger gewesen als vor Beginn des Wettbewerbs 1998. Im europäischen Vergleich für Gewerbebetriebe, so Marquis, stiegen die deutschen Stromversorger Anfang 2002 ins Spitzenfeld der günstigen Anbieter auf. Sowohl bei den Preisen für mittlere als auch für größere Betriebe habe Deutschland Rang drei erzielt. "Das bedeutet im Vergleich zu 1998 eine Verbesserung um vier bis sechs Plätze."

Seit Mitte 2000 sei allerdings ein Preisanstieg zu beobachten, für den VDEW vor allem drei Gründe nennt: "Zunächst einmal zeigt er die Rückkehr zur Normalisierung nach einem anfangs ruinösen Preiskampf", erläuterte Marquis. Zweitens seien die Brennstoffpreise drastisch gestiegen. Und nicht zuletzt bitte nannte der VDEW-Chef die gestiegenen Steuern und Abgaben als Grund für teuren Strom. Die staatlichen Sonderlasten machen beim durchschnittlichen Industriekunden inzwischen zwölf Prozent der Stromrechnung aus, hat der VDEW ermittelt. 1998 sei es lediglich gut ein Prozent gewesen.

Im Rahmen der noch bis zum 19. April stattfindenden Hannover Messe können Interessiert übrigens per Live-Chat mit Vertretern der Stromwirtschaft diskutieren. Die entsprechenden Informationen gibt es unter www.strom.de.

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