Warnung

VDEW: Strompreis-Blockaden schaden kommunalen und regionalen Stromunternehmen

Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) hat die bisher noch nicht genehmigten Strompreisanträge in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern als "politische Blockade" bezeichnet. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Nachteile für regionale Stromversorger hätten auch Folgen für die Kommunen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Es ist widersprüchlich, einerseits mehr Wettbewerb zu fordern und andererseits eine Politik zu machen, die insbesondere auch die kommunalen und regionalen Stromunternehmen in Deutschland in eine wirtschaftlich schwierige Situation bringt," so Eberhard Meller, VEDW-Hauptgeschäftsführer, in einer Mitteilung des Verbandes. "Die zahlreichen, bereits erfolgten Genehmigungen von Strompreisanträgen in allen anderen Bundesländern zeigen, dass die Anträge auf Preiserhöhungen ganz offensichtlich berechtigt waren."

Die politische Blockade der Strompreisanträge bringt nach Ansicht Mellers kleinere und mittelgroße Stromunternehmen und Stadtwerke zum Teil in eine wirtschaftlich schwierige Situation. "Die Unternehmen müssen Strom zu gestiegenen Großhandelspreisen einkaufen und können ihre Kosten nicht weitergeben", so Meller. Aufgrund der kommunalen Beteiligungen könne sich eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Stromunternehmen auch auf die Haushalte der Kommunen auswirken.

Den Vorwurf, die Stromunternehmen würden die Kunden abzocken, wies Meller zurück: "Stromanbieter müssen wie alle Wirtschaftsunternehmen profitabel arbeiten. Angemessene Erträge sind auch im Interesse der Kunden." Grund für die beantragten Strompreiserhöhungen seien vor allem gestiegene Großhandelspreise, die durch die Energienachfrage insbesondere von Ländern wie China und Indien stark gestiegen seien.

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