VDEW-Präsident Dr. Heinz Klinger: "Regenerative brauchen Wettbewerbsdruck"

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
"Der Wettbewerb im deutschen Strommarkt ist für alle Marktteilnehmer Entdeckungsreise und Überlebenskampf zugleich. Das gilt auch für die Anbieter von Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse. Sie können in diesem Verdrängungswettbewerb nur bestehen, wenn neue, marktgerechte Fördermaßnahmen für steigende Effizienz sorgen. Die Stromversorger kommen durch unterschiedliche Öko-Strom-Angebote den Wünschen der Verbraucher entgegen." Das erklärte Dr. Heinz Klinger, Präsident der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW, Frankfurt am Main), heute in Berlin. Deutschland brauche endlich eine Energie- und Förderpolitik, die die selbst gesetzten Spielregeln des Marktes akzeptiert.


Die neueste VDEW-Umfrage zum Stand der erneuerbaren Energien in Deutschland belegt: Es gibt einen anhaltenden Aufschwung für diese Energieträger. Die Zahl der Regenerativ-Kraftwerke von Stromversorgern und privaten Betreibern stieg 1998 im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf rund 21.700 (1997: 18.200). Die Photovoltaik erreichte mit einem Plus von 30 Prozent auf 9100 (knapp 7000) Anlagen den größten Zuwachs. Die Leistung aller Kraftwerke, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, stieg um zehn Prozent auf 8270 (7500) Megawatt.


Insgesamt lieferten Stromversorger und private Betreiber 1998 zusammen 25,3 (21,7) Milliarden Kilowattstunden ins Stromnetz. Der Beitrag der erneuerbaren Energien zur Deckung des Stromverbrauchs in Deutschland stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Von den deutschen Stromversorgern stammten rund 70 Prozent des gesamten Ökostroms. Sie waren damit auch 1998 die größten Nutzer erneuerbarer Energien in Deutschland.


Die vom Bundesumweltministerium und der Europäischen Union vorgesehene Verdopplung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2010 sei, so Klinger, in Deutschland nur umsetzbar, wenn der Anteil der Windkraft, Biomasse und Photovoltaik im genannten Zeitraum verfünffacht würde. Ob dieses politische Ziel erreichbar sei, hänge entscheidend von einer marktgerechten und effizienten Förderung ab. Sollte eine solche Förderpolitik Wirklichkeit werden, könnte nach Einschätzung der Stromversorger der Anteil der erneuerbaren Energien von 1998 gut fünf auf acht bis zehn Prozent in den Jahren 2005 bis 2010 steigen.


Die komplette Rede des VDEW-Präsidenten Dr. Heinz Klinger lesen Sie im Wortlaut hier.

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