Schätzung

VDEW: Ökostrom-Förderung steigt auf drei Milliarden Euro (Upd.)

Nach einer Schätzung des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) müssen sich die Verbraucher auf weiter steigende Kosten für die Förderung von Ökostrom einstellen. Seit 1998 hätten sich die Belastungen verzehnfacht, wobei die Vergütungssätze deutlich höher als der Marktwert seien.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Wie der Verband mitteilt, werden die Stromkunden für das Jahr 2005 Mehrkosten von 2,7 Milliarden Euro (2004: 2,3 Milliarden Euro) für Vergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zahlen. Im Jahr 2006 wird dieser Betrag auf rund drei Milliarden Euro klettern.

Zu Beginn des Wettbewerbs im Strommarkt 1998 hätten die Zusatzkosten für die Förderung von Ökostrom 0,3 Mrd. Euro betragen. Seitdem seien die Sonderlasten fast auf das Zehnfache gewachsen, weil der Staat den Anlagebetreibern hohe Vergütungssätze garantiere, so der VDEW weiter.

Die Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien erzielten durch die gesetzlichen Vorgaben 2005 im Durchschnitt 9,5 Cent je Kilowattstunde, ermittelte der Verband der Netzbetreiber (VDN) beim VDEW. Diese Vergütung sei etwa dreimal so hoch wie der Marktwert, der Durchschnittspreis für Grundlast-Strom am Terminmarkt.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat die vom VDEW vorgelegten Zahlen unterdessen bestritten. "Die Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien ist in diesem Jahr nicht gestiegen und wird auch im nächsten Jahr nicht steigen", teilte der Verband heute in Berlin mit. Für Haushaltskunden mache die EEG-Umlage einen halben Cent pro Kilowattstunde aus. Gleichzeitig warf der BEE der Stromlobby falsches Spiel vor. Der VDEW missachte wissentlich die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). BEE-Chef Milan Nitzschke: "Das Gesetz schreibt explizit vor, wie die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien berechnet werden sollen, die den Kunden in Rechnung gestellt werden. Die Stromkonzerne halten sich nicht daran und verlangen von ihren Kunden bis zu 20 Prozent mehr als zulässig."

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