Klimagipfel in Montreal

VDEW: Klimaschutz braucht weltweites Engagement

Die Politik müsse dafür sorgen, dass weltweit mehr Länder am Klimaschutz teilnehmen, beispielsweise USA, China und Indien, die rund die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen verursachen, so der VDEW. Solange nur Europa die Kyoto-Instrumente umsetze, könne man weltweit keine Klimawende erzielen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Der Klimaschutz braucht weltweites Engagement. Die Weltklima-Konferenz sollte deshalb ein System schaffen, das möglichst viele Länder dazu bringt, den europäischen Schrittmachern zu folgen. Die Politik muss insbesondere dafür sorgen, dass sich mehr Länder an dem bisher nur europaweit eingeführten Handel mit Emissionszertifikaten beteiligen." Das erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin, zum Klimagipfel in Montreal.

Das Klimaschutz-Abkommen von Kyoto habe einer wirksamen, staatenübergreifenden Klimavorsorge bislang nicht zum Durchbruch verholfen. Meller: "Wichtige Länder wie die USA, China und Indien, die rund die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen verursachen, haben sich dem Abkommen nicht angeschlossen. Andere Länder wie beispielsweise Japan werden ihre zugesagten Minderungsziele voraussichtlich verfehlen."

Deutschland dagegen habe sein Minderungsziel von 21 Prozent bis 2012 schon fast erreicht: "Die CO2-Emissionen liegen bereits 19 Prozent niedriger als 1990", betonte Meller. Solange aber nur Europa die Kyoto-Instrumente umsetze, sei keine weltweite Klimawende zu erzielen.

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