Bilanz

VDEW-Jahresbericht 2003: Strombranche setzt auf Energie-Vielfalt

In Berlin zog der Strom-Branchenverband VDEW heute die Bilanz für das letzte Jahr. Im VDEW-Jahresbericht hat er die wichtigsten zehn Forderungen an die Energiepolitik zusammengestellt. Darunter der Aufruf zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Energieträger.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - "Der vielfältige Erzeugungsmix der deutschen Stromwirtschaft ist die beste Vorsorge gegen hohe Preisausschläge." Das erklärte Werner Brinker, Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), heute in Berlin zur Branchenbilanz 2003. Vom extremem Preisauftrieb am Mineralölmarkt blieben die Stromkunden verschont: "In deutschen Kraftwerken wird kaum mehr Öl genutzt."

Dagegen waren Braun- und Steinkohle auch 2003 wieder die wichtigsten Stromquellen: Sie stellten die Hälfte der gesamten Erzeugung, berichtete der VDEW. Kernenergie hatte 28 (29) und Erdgas zehn (acht) Prozent Anteil am Erzeugungsmix. Die erneuerbaren Energien steuerten acht Prozent bei.

"Deutschland braucht auch in Zukunft einen ausgewogenen Erzeugungsmix", betonte der VDEW-Präsident weiter. "Die staatliche Energiepolitik muss dafür sorgen, dass gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Energieträger und Techniken herrschen." Nur so könnten sich die besten Lösungen im Markt durchsetzen. "Der liberalisierte Strommarkt braucht eine klare Arbeitsteilung zwischen Staat und Wirtschaft", lautet daher die erste der "Zehn Forderungen an die Energiepolitik" im VDEW-Jahresbericht 2003.

Gleichzeitig sei "mehr Mut zum Markt" bei der staatlichen Förderung neuer Energietechniken nötig. "Das schließt die Anschubförderung beispielsweise der erneuerbaren Energien keineswegs aus", erläuterte Brinker. Dauersubventionen lehne die Branche dagegen ab: "Ziel muss die schnellstmögliche Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren sein." Und auch die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes dürfe die Marktkräfte nicht unangemessen einschränken. Die Politik müsse die Interessen der Betreiber der Stromnetze ebenso abwägen wie die der Netznutzer.

Der bevorstehende neue Investitionszyklus der Branche stelle an Wirtschaft und Politik hohe Anforderungen. Brinker: "In den nächsten 20 Jahren steht der Ersatz von rund 40 000 Megawatt Kraftwerkskapazität an." Die Politik müsse angesichts der milliardenschweren Investitionen Klarheit schaffen für unternehmerisches Handeln: Investoren würden eine angemessene Verzinsung ihres Kapitals erwarten.

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