Lebenssaft der Wirtschaft

VDEW auf Hannover Messe: Deutsche Stromversorgung besonders sicher

34 Millionen Euro hat die Strombranche zwischen 1991 und 2001 in die Stromqualität "Made in Germany" investiert. Bundesbürger müssten dadurch mit nur 15 Minuten Stromausfall im Jahr rechnen. Darauf verwies der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) heute auf der Hannover Messe. Zugleich forderte er ein energiepolitisches Gesamtkonzept.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Strom ist der Lebenssaft der Wirtschaft. Deshalb ist es für den Standort Deutschland wichtig, dass Strom jederzeit zuverlässig und kostengünstig, aber auch umwelt- und sozialverträglich angeboten wird." Das erklärte Werner Brinker, Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), heute auf der Hannover Messe. Für die Stromqualität "Made in Germany" habe die Strombranche von 1991 bis 2001 insgesamt knapp 34 Milliarden Euro investiert.

15 Minuten Stromausfall pro Jahr

Nicht überall sei die Versorgungssicherheit so selbstverständlich wie in Deutschland. Die Bundesbürger müssten durchschnittlich nur mit 15 Minuten Stromausfall im Jahr rechnen. In Skandinavien und Italien liege der Wert dagegen bei zwei bis drei Stunden, erläuterte der Verband auf der Messe.

Deutsche Strompreise im Mittelfeld

Im Vergleich der Europäischen Union (EU) liegen die deutschen Strompreise für Industriekunden im Mittelfeld, berichtete Brinker weiter. Die Stromrechnung eines mittelgroßen Betriebes sei in Deutschland etwa ebenso hoch wie Großbritannien, Belgien und Irland. Dieser EU-Vergleich beleuchtet, so VDEW, die Stromkosten für eine Maschinenfabrik mit 200 Beschäftigten oder für ein Verwaltungsgebäude im Jahr 2002.

Sonderlasten stiegen auf zehn Prozent

Seit der Öffnung des deutschen Strommarktes 1998 seien die Preise zunächst um 40 Prozent gesunken. "Seit Mitte 2000 ist diese Talfahrt zu Ende. Dafür sind vor allem gesetzliche Vorgaben verantwortlich", beklagte Brinker und schob den "Schwarzen Peter" an die Politik weiter. Dennoch seien die Strompreise Anfang 2003 für Industriekunden immer noch um etwa 30 Prozent niedriger als fünf Jahre zuvor. Die gesetzlich verursachten Belastungen würden im Durchschnitt etwa zehn Prozent der Stromrechnung eines Industriekunden ausmachen, rechnete der VDEW vor.

Ökostrom effizienter fördern

Ein weiterer Anstieg der staatlichen Belastungen sei abzusehen, vor allem durch den Windkraftboom, den das Erneuerbare-Energien-Gesetz auslöse. "So richtig und wichtig die Förderung erneuerbarer Energien unter den Aspekten des Umwelt- und Klimaschutzes ist: Der Fördermechanismus des Gesetzes muss effizienter gestaltet werden", betonte Brinker. Zu den Subventionen für die Förderung der Windenergie müssten weitere Kosten, beispielsweise für den Ausbau der Netze und den wachsenden Regelenergiebedarf, aufgebracht werden. Das wechselnde Windenergieangebot müsse permanent ausgeregelt werden. Besonders bei Flaute müssen Kraftwerke einspringen. Angesichts des hohen Ersatzbedarfs für Kraftwerke ab 2010 forderte der VDEW-Präsident ein energiepolitisches Gesamtkonzept: "Deutschland braucht einen Kraftwerksmix, der alle verfügbaren Techniken umfasst und deren spezifische Stärken nutzt. Die Energiepolitik müsse die gleichrangigen Ziele Versorgungssicherheit, Umweltschutz und Sozialverträglichkeit sowie wettbewerbsfähige Preis integrieren."

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