Keine Schattenhaushalte

VBEW: Strom aus Sonne und Wind gibt es nicht zum Nulltarif

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit einem festgelegten Preis pro Kilowattstunde. Im vergangenen Jahr sind so Subventionen in Höhe von 1100 Millionen Euro bundesweit geflossen. Dennoch fordert der VBEW, dass diese Förderung nicht über den Strompreis erfolgen dürfe.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderte Strom ist 2001 bundesweit um mehr als 30 Prozent gestiegen. Der Anteil an EEG-Strom beträgt somit knapp vier Prozent an der gesamten verkauften Strommenge, meldet der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW).

In Bayern hat insbesondere der Strom aus Windkraftanlagen zugenommen, die Wasserkraft stagniert auf einem im Bundesvergleich hohen Niveau. Die Subventionen nach dem EEG bezahle der Stromverbraucher über den Strompreis, sie würden allein in Bayern etwa 160 Millionen Euro betragen, bundesweit seien es etwa 1100 Millionen Euro.

In Bayern hat vor allem die Stromerzeugung aus Windkraft zugenommen. Die installierte Leistung beträgt derzeit etwa 111 Megawatt. Auch die Stromerzeugung aus Biomasse und Sonne steigt beständig. Trotz dieser Steigerungen bleibt der Anteil von Wind, Sonne und Biomasse an der gesamten Stromerzeugung in Bayern unter einem Prozent. Anders sieht es bei der Wasserkraft aus: 16 Prozent des bayerischen Stroms stammen aus heimischer Wasserkraft; 80 Prozent davon allerdings aus großen Wasserkraftwerken, die nicht durch das EEG gefördert werden.

Der VBEW befürwortet eine effektive, finanzielle Förderung erneuerbarer Energien. Die Förderung dürfe jedoch nicht über den Strompreis erfolgen und damit die Stromkunden belasten. Die Staatsquote am Strompreis betrage heute bereits 40 Prozent. "Subventionen müssen offen und transparent über den öffentlichen Haushalt und nicht über Schattenhaushalte finanziert werden", fordert daher der Verband.

Das könnte Sie auch interessieren
  • erneuerbare Energien

    Warum Windanlagen-Recycling zum Problem wird

    Windanlagen produzieren klimafreundlich Strom. Bei der Entsorgung der Stahlkolosse aber fällt die Klimabilanz bisher alles andere als gut aus. Recyclingunternehmen warnen vor einer gewaltigen Anzahl an Windmühlen, die sehr bald schon verschrottet werden müssen.

  • Stromvergleich

    Preisunterschiede beim Strom: Städter zahlen weniger

    Strom ist in der Stadt häufig günstiger als auf dem Land, lautet das Ergebnis einer aktuellen Analyse von Verivox. Das Preisgefälle ist dabei in den neuen Bundesländern oftmals größer als im Westen des Landes.

  • Stromtarife

    Pfalzwerke sehen sich als energiewirtschaftliche Kraft der Region

    Die Vorstellung des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr nahm Pfalzwerke-Vorstandsmitglied Günther Koch zum Anlass, die steuerlichen Belastungen des Strompreises zu kritisieren. Dabei sprach er sich nicht gegen eine Förderung erneuerbarer Energien aus, hält jedoch die Umfinanzierung über den Strompreis für falsch.

  • Energieversorung

    Greenpeace sagt Boom für Windkraft auf hoher See voraus

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will in den kommenden Wochen über den Ausbau von erneuerbaren Energien informieren. Dazu wird sie mit ihren Schiffen Küstenstädte der Nordsee, des Atlantiks und des Pazifiks anlaufen. Zugleich fordern die Aktivisten von den nördlichen Industrieländern eine Umstellung ihrer Energieversorgung.

  • Strompreise

    Stadt Lorsch schließt Vertrag mit HEAG NaturPur

    Für 22 Liegenschaften bezieht die hessische Stadt Lorsch künftig Ökostrom des Darmstädter Versorgers HEAG NaturPur. Mit den 210 000 "sauber" erzeugten Kilowattstunden werden der Umwelt pro Jahr mehr als 137 Tonnen Kohlendioxid erspart. Insgesamt baut NaturPur in Lorsch Anlagen mit einer Gesamtleistung von drei Kilowatt.

Top