Verteidigung

VBEW: Staat und Großhandelsmarkt treiben Strompreise

Als Beitrag zur Diskussion um die Strompreise verweist der Verband der bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) darauf, dass die reinen Strompreise für einen Drei-Personen-Haushalt trotz der zwischenzeitlichen Kostensteigerungen heute immer noch um sieben Prozent günstiger seien als vor der Liberalisierung.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (red) - Wie der Verband ermittelt hat, erhöhten sich die staatlichen Lasten, Abgaben und Steuern im Zeitraum von 1998 und 2006 um 80 Prozent. Lag die staatliche Belastung des Strompreises 1998 bei rund 11,80 Euro pro Monat, beträgt sie mit Beginn des nächsten Jahres etwa 22,00 Euro.

Mit der Anhebung der Mehrwertsteuer erhöhe sich der Anteil, den jeder Haushalt über seine Stromrechnung an den Staat zahlt, auf über 40 Prozent. Damit entpuppe sich der Staat als Kostentreiber bei den Energiepreisen, so der VBEW.

Der Verband rechnet vor, dass der Strompreis sich aus mehr als 40 Prozent staatlicher Belastungen, einem Drittel staatlich genehmigter Netzentgelte und etwa einem Viertel Kosten für Stromeinkauf und Vertrieb zusammensetzt. Neben der Mehrwertsteuererhöhung sei der massive Preisanstieg an den Strombeschaffungsmärkten ein Grund, warum viele Stromversorger ihre Stromtarife anheben müssen, denn die bayerischen Energieunternehmen ohne eigene Erzeugung müssen den Strom am Markt oder an der Leipziger Energiebörse EEX zu stark gestiegenen Preisen kaufen. Der bayerische Wirtschaftsminister gibt den durchschnittlichen Preisanstieg im Jahr 2006 mit 43 Prozent an.

Niedrigere Entgelte für die Netznutzung wirken zwar preisdämpfend, gleichen Kostensteigerungen aber vielfach nicht aus. "Preiserhöhungen sind deshalb oft unerlässlich, wenn die leistungsfähigen- und kundenfreundlichen dezentralen Stromversorger in Bayern erhalten bleiben sollen", so Christoph Praël, Geschäftsführer des VBEW. Der politische Druck auf die Stromversorger, trotz der Kostensteigerungen, die Preise konstant zu halten, hebele letztlich den Wettbewerb aus. Politisch gedeckelte Preise schreckten weitere Stromlieferanten ab. "Die Preisbehörde darf die Stromversorger, die ihre gesetzliche Versorgungspflicht erfüllen, nicht zur Stromlieferung zu Verlustpreisen zwingen", mahnt Praël.

"Natürlich versuchen die Stromversorger ihre Kunden bestmöglich von Preissteigerungen zu verschonen. Auch die Unternehmen, die ihre Preise anheben müssen, verlangen damit keineswegs überhöhte Preise", erläutert Praël. Ein Preisvergleich zeige, dass viele örtliche Stromdienstleister trotz der erforderlichen Preissteigerungen günstiger als bundesweit anbietende Wettbewerber sind. "Verbraucherfreundlicher wäre es, die staatlichen Lasten an der Stromrechnung zu senken, statt mit populistischen Argumenten den Schwarzen Peter den Energieversorgern zu zuschieben und wett-bewerbsverzerrend in den Markt einzugreifen", stellt Praël abschließend fest.

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