Für zuverlässige Versorgung

VBEW: Regulierung braucht Augenmaß

Die bayrischen Energieversorger, organisiert im VBEW, kritisieren weiterhin die Steigerung der Bürokratie im neuen EnWG. Gleichzeitig zeigten sie sich besorgt darüber, dass der Gesetzgeber viele Entscheidungen der Regulierungsbehörde überlassen will - dies erhöhe die Rechtsunsicherheit für die Unternehmen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

München (red) - "Die Entscheidung, eine Anreizregulierung zur Effizienzsteigerung des Netzbetriebs einzuführen, ist grundsätzlich sinnvoll", meldete sich in dieser Woche auch der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) in punkto neues EnWG zu Wort. Entscheidend sei jedoch die Ausgestaltung der Regulierung. Der Verband befürchtet, dass die ausschließliche Fokussierung auf eine Verbilligung des Stroms zu einem Verlust an Versorgungssicherheit und -qualität führen könne.

Daher kritisiert der VBEW, dass einerseits niedrigere Netzentgelte gefordert und andererseits die Kosten der Stromversorgung durch eine massiv aufgerüstete Bürokratie in die Höhe getrieben würden. "Die bürokratischen Anforderungen verhindern insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen, dass ihre Leistungskraft den Kunden zugute kommt."

Zudem zeigte sich der Verband besorgt darüber, dass sich der Gesetzgeber um viele Entscheidungen gedrückt und diese auf die Regulierungsbehörde abgeschoben habe. "Dies erhöht die Rechtsunsicherheit massiv." Die Stromversorgung dürfe nicht zu einem Experimentierfeld der Regulierung werden.

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