Strompreise müssen wieder steigen

VBEW-Jahrestagung mit Podiumsdiskussion: Stromerzeugung der Zukunft

Auf der Jahrestagung des Verbandes der Bayrischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) entwarf der Münchner Professor Ulrich Wagner verschiedene Szenarien zur Stromerzeugung der Zukunft. Dabei machte er deutlich, dass die Strompreise wieder ansteigen müssen, wenn Geld für die notwendigen Investitionen der kommenden Jahre vorhanden sein soll.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Wettbewerb im Strommarkt hätte zu einem Einbruch der Erlöse bei den Stromerzeugern geführt. Das sei angesichts notwendiger Kraftwerkserneuerungen ab 2007 eine schwierige Situation, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Wagner von der TU München auf der Jahrestagung des Verbandes der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) in Schweinfurt. Über die Stromerzeugung der Zukunft diskutierten beim Energie-Forum neben Wagner Stromerzeuger, Kraftwerkshersteller und ein Vertreter der Deutschen Energie Agentur.

Ausgehend von einer schrittweisen Stilllegung der Kernkraftwerke bis 2021 hatte Wagner verschiedene Szenarien für die Stromerzeugung der kommenden 20 Jahre entwickelt. Alle Szenarien setzen einen Anstieg der Strompreise voraus, wenn Deutschland in seiner Stromerzeugung weitgehend autark bleiben will. Andernfalls blieben notwendige Investitionen aus. Zudem kommt Wagner zu dem Ergebnis, dass der Ausbau von Windkraftanlagen vor allem die Steinkohle verdrängen würde. Dafür sei mit einem starken Zubau von so genannten Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD) zu rechnen. Diese können unter den veränderten Bedingungen am wirtschaftlichsten betrieben werden.

Mit dem Ausbau der Windkraft stiegen jedoch die Erzeugungskosten. Dies liegt laut Wagner an der verringerten Ausnutzung der konventionellen Kraftwerke und dem vermehrten Bedarf an Regelenergie und Reserveleistung. Trotz Ausbaus der Windkraft muss seiner Meinung nach der vorhandene Kraftwerkspark auf Vordermann gebracht werden, denn pro einem Megawatt Windkraft müssen 0,9 Megawatt Ersatz in einem konventionellen Kraftwerk zur Verfügung stehen, ergänzte der VBEW.

Wagner hinterfragte auch die derzeitigen Fördermechanismen: "Die heutige Förderung der erneuerbaren Energien stellt nicht die effektivste Form des Umweltschutzes dar." Würde die Förderung anstatt in Windkraftwerke in die Effizienzsteigerung konventioneller Kraftwerke gesteckt, ließen sich, so Wagner, dieselbe Menge an Brennstoff und sogar noch mehr Emissionen einsparen.

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