Millionen-Investition

Vattenfall will Spandau mit Fernwärme versorgen

Vattenfall hat diese Woche seinen Tunnel zur Havelunterquerung auf den Namen "Margit" getauft. Mit der Fertigstellung des 110 Meter lange und 20 Meter tiefen Havelunterquerung ist der "letzte letzte große Schritt" für die künftige Wärmeversorgung des Spandauer Kerngebietes getan, wie ein Vattenfall-Sprecher mitteilte.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/red) - Über eine insgesamt 18,7 Kilometer Fernwärmetrasse soll dem Unternehmen zufolge in den kommenden Jahren Wärme mit einer Gesamtleistung von rund 120 Megawatt an neue Spandauer Kunden geliefert werden, hieß es weiter. Einschließlich Havelquerung investiere Vattenfall insgesamt rund 58 Millionen Euro in die neue Fernwärmetrasse. Mit ihr können den Angaben zufolge umgerechnet rund 50.000 Wohnungen mit Fernwärme beheizt und mit Warmwasser beliefert werden.

Strom und Wärme aus KWK-Anlagen

Die Wärme stammt aus dem benachbarten Heizkraftwerk Reuter West. Dort werden Strom und Wärme nach dem umweltfreundlichen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Noch heizen die Spandauer im geplanten Erschließungsgebiet überwiegend mit Öl (50 Prozent) und Gas (45 Prozent) beziehungsweise Strom und Kohle (5 Prozent).

Heizungen nach und nach umstellen

"Nach und nach wollen wir die Heizungsanlagen auf Fernwärme umstellen. Jeder mit Fernwärme versorgte Haushalt spare pro Jahr rund eine Tonne CO2 ein. In Summe werden es im Jahr 2015 jährlich 48.000 Tonnen CO2 sein", sagte Wolf-Dietrich Kunze, Mitglied des Vorstandes der Vattenfall Europe Wärme AG.

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