Presseberichte

Vattenfall will sich von best energy trennen

Was die Branche schon seit längerem befürchtet, hat der Chef des schwedischen Konzerns Vattenfall jetzt bestätigt: Das Energieunternehmen will sich von best energy trennen. Der neue Stromanbieter gehörte vor der Fusion zur Bewag. Zudem forderte Josefsson im "Tagesspiegel" mehr Mitarbeiter-Mitbestimmung und längere Arbeitszeiten.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der Vorstandsvorsitzende des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Lars Josefsson, ist gegen eine weitere Verkürzung der Arbeitszeiten in Deutschland. "Urlaub muss der Mensch schon machen. Aber 35 Stunden Arbeitszeit pro Woche sind eindeutig zu wenig", sagte er dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe).

Zu viel Bürokratie

In Schweden werde im Durchschnitt fünf Stunden länger gearbeitet. Außerdem forderte er eine flexiblere Mitbestimmung der Arbeitnehmer. Die größten Probleme bei der Zusammenführung der deutschen Energieunternehmen Bewag, HEW, Laubag und Veag zur Vattenfall Europe habe es "bei der Mitbestimmung" gegeben. Die Arbeitnehmerseite habe zwar "wichtige Entscheidungen partnerschaftlich mitgetragen". "Aber etwas dynamischer könnte es schon gehen", sagte Josefsson. "Es gibt zu viel Bürokratie und zu starre Regeln. Das ließe sich alles beschleunigen, ohne die Rechte der Arbeitnehmer wirklich einzuschränken."

Regulierer schafft Vertrauen

Josefsson sprach sich außerdem für die Einrichtung einer Regulierungsbehörde für Energie in Deutschland aus. "Ein Regulierer schafft Vertrauen in den Markt." Er dürfe allerdings nur kontrollieren und keine Preise festlegen. Kalkulieren sollten die Unternehmen schon selbst. Joseffson, der Aufsichtsratschef der börsennotierten Vattanfall Europe ist, sagte weiter, dass Billigstromanbieter nach seiner Einschätzung keine langfristige Überlebenschance haben. Vattenfall wolle sich daher auch von seiner Billig-Gesellschaft "best energy" trennen. "Damit haben wir bereits begonnen", sagte Josefsson.

Billigstromanbieter haben keine Überlebenschance

best energy entstand im Februar 2000 als Joint Venture des Mobilfunkkonzerns Mobilcom und des Berliner Stromversorgers Bewag. Seit Januar 2002 war die Bewag alleiniger Gesellschafter und brachte das Unternehmen in die Fusion mit HEW, VEAG und Laubag zu Vattenfall mit. Kürzlich teilte best energy mit, die Strompreise zum 1. August erneut anheben zu wollen. Kunden zahlen nun zwischen 15,15 Cent und 16,50 Cent pro Kilowattstunde Strom. Das ist vergleichsweise teuer und macht einen Wechsel zu best energy in den meisten Regionen unattraktiv.

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