Allokationsplan entscheidend

Vattenfall will für 1,3 Milliarden Euro zwei Kraftwerke bauen

Wie Vattenfall-Chef Klaus Rauscher jetzt mitteilte, plant das Unternehmen den Bau eines Braunkohle-Blocks in Sachsen sowie den eines Steinkohlekraftwerks in Hamburg. Die Planungsmittel sind bewilligt, innerhalb von zwei Jahren erwartet man alle behördlichen Genehmigungen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp.vwd) - Die Vattenfall Europe AG plant nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Klaus Rauscher Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro für zwei neue Kohlekraftwerke. Vorgesehen sei der Bau eines Braunkohle-Blocks mit einer Leistung von 660 Megawatt (MW) in Sachsen sowie ein Steinkohlekraftwerk in Hamburg mit 770 MW elektrischer und 450 MW thermischer Leistung. Die Planungsmittel für die zwei neuen Anlagen seien bereits genehmigt, sagte Rauscher am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Innerhalb von zwei Jahren erwarte Vattenfall nun alle nötigen Genehmigungen.

Danach werde man die jetzt getroffenen Investitionsentscheidungen aber noch einmal überdenken, sagte Rauscher. So müsse vor einer endgültigen Entscheidung für Großinvestitionen erst einmal der nationale Allokationsplan für die zweite Handelsperiode mit Emissionsrechten abgewartet werden, betonte der Vorstandsvorsitzende. Bei einer möglichen Diskriminierung der Kohle werde Vattenfall noch einmal Alternativen erörtern müssen - eventuell den Bau eines Kraftwerks in Polen. Derzeit gebe es hierfür aber keine konkreten Pläne.

Der Berliner Versorger und die anderen drei großen deutschen Energiekonzerne E.ON, RWE und EnBW wollen bis 2010 fast 20 Milliarden Euro investieren - je die Hälfte der Summe in das Stromnetz und die Hälfte in neue Kraftwerke. Nach Angaben von Rauscher muss Vattenfall aufgrund der großen Menge an Windkraft-Anlagen in ihrem Netzgebiet allein 300 Millionen Euro in zusätzliche Leitungen zum Transport des Windstroms investieren.

Die finanziellen Auswirkungen der künftigen Regulierung wollte Rauscher für sein Unternehmen noch nicht beziffern. Zu viele wichtige Fragen - wie etwa die genehmigte Eigenkapitalverzinsung - seien im neuen Energiewirtschaftsgesetz noch offen, sagte er. Weitere Preissteigerungen für die Endverbraucher sind nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden vorerst nicht geplant. Er sehe in nächster Zeit "keine dramatische Bewegungen" mehr auf der Preisseite - auch nicht auf der Großhandelsebene.

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