Energieerzeugung

Vattenfall: Weltweite Wiedergeburt der Atomenergie

Die Atomenergie erlebt nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden des Energieversorgers Vattenfall Lars Josefsson derzeit eine weltweite Renaissance. Daher werde diese Form der Energieerzeugung auch im drittgrößten deutschen Energiekonzern weiterhin eine Zukunft haben, sagte er in Berlin.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Zwar sei Atomenergie "nicht die Lösung für die Klimaprobleme, aber ein Teil davon". Kernkraft emittiere kein Kohlenstoffdioxid, sagte Josefsson weiter, der seit kurzem auch Klimaberater des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon ist. Zugleich erklärte er, dass die Nutzung von Kernenergie nur mit Unterstützung der Bevölkerung erfolgen könne. Dies müsse jedes Land für sich entscheiden. Vor diesem Hintergrund respektiere er auch den gesetzlich vereinbarten Atomausstieg in Deutschland.

"Ohne Kohle wird es nicht gehen"

Des Weiteren verwies der Konzernchef auf eine Studie der Internationalen Energiebehörde, nach der zur weltweiten Energieversorgung auch die Bedeutung der fossilen Brennstoffe weltweit zunehmen werde. "Ohne Kohle wird es nicht gehen, mit Kohle aber ohne CCS auch nicht", sagte er. Daher müsse dieses Verfahren zur Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid schnell entwickelt werden. Diese Technologie ist "mit heutiger Wissenslage nötig". Allerdings sei die CCS-Technik lediglich eine "Übergangslösung" und nicht "so elegant". Man stehe jedoch erst am Beginn der CO2-Forschung.

Energiegewinnung aus Biomasse

Zur Lösung der Klimaprobleme werde selbstverständlich auch die Bedeutung der erneuerbaren Energien weiter zunehmen. Vor allem die Energiegewinnung aus Biomasse habe großes Potenzial, sagte der Konzernchef. Vor dem Hintergrund der sinkenden Erlöse der Energiekonzerne infolge der Wirtschaftskrise werde es jedoch schwieriger, in derartige Projekte zu investieren. Auch Vattenfall habe bereits seine Prioritäten neu setzen müssen und Investitionen verschoben oder gestrichen, sagte Josefsson.

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