"Energie für Generationen"

Vattenfall weiht größtes deutsches Pumpspeicherwerk ein

Im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder und des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus hat der Energieversorger Vattenfall Europe AG im thüringischen Goldisthal das größte deutsche Pumpspeicher-Kraftwerk eingeweiht. Nach einer Bauzeit von sechs Jahren und Investitionen von 620 Millionen Euro ist diese Anlage nunmehr weitgehend fertig gestellt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Die Anlage besteht aus einem künstlichen Ober- (fasst zwölf Millionen Kubikmeter Wasser) und Unterbecken (fasst 18 Millionen Kubikmeter Wasser). Für das Unterbecken wurde eigens ein 67 Meter hoher Damm errichtet. Zu Zeiten niedrigen Stromverbrauchs – in der Regel nachts – wird Wasser aus dem Unterbecken in das Oberbecken gepumpt. Steigt der Stromverbrauch im Laufe des Tages an, fließt das Wasser wieder durch sechs Meter dicke Rohre bergab und treibt die vier Turbinen mit einer installierten Leistung von 1060 Megawatt an. "Das Projekt in Goldisthal ist der Schluss-Stein unseres fast zehn Milliarden Euro umfassenden Investitionsprogramms, mit dem wir die Energielandschaft in den neuen Bundesländern binnen weniger Jahre komplett um- und neugestaltet haben", kommentiert der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe, Dr. Klaus Rauscher.

Vor dem Hintergrund der geplanten Einführung eines Kohlendioxid-Zertifikatehandels in der EU fordert Rauscher, dass diese frühzeitigen Modernisierungsleistungen des Unternehmens seit Beginn der 90er Jahre bei der Zuteilung der Zertifikate angerechnet werden müssten: "Ein maßgeblicher Teil der deutschen Kohlendioxid-Reduktion wurde in Ostdeutschland, und zwar von uns, erbracht." Werde dies nicht berücksichtigt, gebe es eine krasse Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der neuen Bundesländer. In diesem Zusammenhang fordert Rauscher tragfähige Vereinbarungen über den Energiemix der Zukunft unter voller Einbeziehung der Braunkohle. Nur so sei Planungssicherheit für die Unternehmen und deren zukünftige Investitionen möglich.

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